Das ist das Ende

Wenn Prominente sich selbst spielen und die Welt untergeht, entsteht entweder peinliche Selbstdarstellung oder intelligente Metafiktion. „Das ist das Ende“ versucht beides zugleich: Seth Rogen, James Franco und ihre Freunde erleben die biblische Apokalypse in Francos Hollywoodvilla. Ihr Regiedebüt inszenieren Rogen und Evan Goldberg als Experiment mit dem eigenen Promi-Image. Die sechs Hauptdarsteller werden auf ihre öffentliche Persona reduziert und müssen sich bewähren, wenn Dämonen und Satan vor der Tür stehen.

Das ist das Ende
Dauer: 107 Min.
FSK: 16 (DE)
Jahr: 2013
Kategorien: Fantasy, Komödie
Regie: Evan Goldberg, Seth Rogen
Produzenten: James Weaver, Seth Rogen, Evan Goldberg
Hauptdarsteller: James Franco, Jonah Hill, Seth Rogen
Nebendarsteller: Jay Baruchel, Danny McBride, Craig Robinson, Michael Cera
Studio: Columbia Pictures, Mandate Pictures, Point Grey Pictures

Doch die Frage ist weniger, ob sie überleben, sondern vielmehr, wie sich Stars verhalten, wenn niemand mehr zuschaut. Die Kamera bleibt dabei gnadenlos nah an den Figuren, zeigt ihre Selbstsucht und Unreife. Rogen und Goldberg haben sechs Jahre gebraucht, um aus ihrem Kurzfilm einen Langfilm zu machen – inspiriert von Charlie Kaufmans „Being John Malkovich“ und der „Larry Sanders Show“. Kann eine Komödie funktionieren, die ihre Hauptfiguren so konsequent als narzisstische Kinder inszeniert?

Besetzung, Regie und Drehorte

Das ist das Ende“ ist das Regiedebüt von Seth Rogen und Evan Goldberg, die zuvor gemeinsam Drehbücher zu „Superbad“ und „Ananas Express“ verfassten. Die Fantasy-Komödie basiert auf dem 2007 von Jason Stone, Rogen und Goldberg realisierten Kurzfilm „Jay and Seth versus the Apocalypse“. Während der Produktion hieß das Projekt zunächst „The Apocalypse“, dann „The End of the World“, bevor es im Dezember 2012 seinen endgültigen Titel erhielt. Brandon Trost übernahm die Kamera, Zene Baker den Schnitt, Henry Jackman komponierte die Filmmusik.

Die Hauptrollen spielen Seth Rogen, Jay Baruchel, James Franco, Jonah Hill, Danny McBride und Craig Robinson – alle als fiktionalisierte Versionen ihrer selbst. Michael Cera tritt in einer Gastrolle als notgeiler Partygast auf, Emma Watson spielt sich selbst als unfreiwillige Besucherin der eingeschlossenen Gruppe. Weitere Cameo-Auftritte haben Rihanna, Jason Segel, Paul Rudd, Channing Tatum, Christopher Mintz-Plasse und Aziz Ansari, die alle bei der Party am Anfang des Films zu sehen sind, bevor die meisten von ihnen der Apokalypse zum Opfer fallen.

Der Film kam am 12. Juni 2013 in den USA in die Kinos und startete am Eröffnungswochenende mit über 20 Millionen Dollar auf Platz zwei hinter „Man of Steel“. In Deutschland erschien er am 8. August 2013, in der Schweiz am 11. September und in Österreich am 11. Oktober. Mit einem Budget von 32 Millionen Dollar spielte die Produktion weltweit 126 Millionen ein. Die FSK vergab eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.

Handlung & Inhalt vom Film „Das ist das Ende“

Jay Baruchel reist aus Kanada nach Los Angeles, um seinen alten Freund Seth Rogen zu besuchen. Die beiden wollen ein entspanntes Wochenende mit Videospielen und Marihuana verbringen. Rogen überredet den widerstrebenden Baruchel, mit ihm zu einer Hausparty von James Franco zu gehen. In Francos neu erworbenem Anwesen versammeln sich zahlreiche Stars wie Rihanna, Jonah Hill, Michael Cera, Jason Segel und Emma Watson. Baruchel fühlt sich unwohl in dieser Gesellschaft und kann mit der aufgesetzten Freundlichkeit nichts anfangen. Er geht mit Rogen in einen nahen Laden, um Zigaretten zu kaufen, während die Party in vollem Gange ist.

Im Laden bebt plötzlich die Erde gewaltig, und blaue Lichtstrahlen ziehen Menschen nach oben in den Himmel. Andere kommen durch Einstürze und Explosionen ums Leben. Rogen und Baruchel rennen panisch zurück zu Francos Haus, wo die Gäste nichts von den Ereignissen mitbekommen haben. Als ein weiteres Erdbeben das Haus erschüttert, laufen alle nach draußen und sehen die brennenden Hollywood Hills. Ein riesiger Abgrund öffnet sich in der Erde, und die meisten Partygäste fallen hinein oder sterben in der Panik. Nur Rogen, Baruchel, Franco, Hill und Robinson schaffen es zurück ins Haus und verschanzen sich. Am nächsten Morgen wacht Danny McBride auf, der sich uneingeladen auf die Party geschlichen hatte und von den nächtlichen Ereignissen nichts mitbekommen hat. Er bereitet aus den meisten Vorräten ein üppiges Frühstück.

Isolation und Konflikt unter Freunden

Die Gruppe hält die Lage zunächst für überschaubar und vertreibt sich die Zeit mit Drogen und selbstgedrehten Filmprojekten. Baruchel vermutet als Einziger, dass die biblische Apokalypse begonnen hat, wird aber nicht ernst genommen. Emma Watson dringt zufällig ins Haus ein und wird aufgenommen, missversteht jedoch eine Diskussion der Männer als Plan zu ihrer Vergewaltigung. Sie bedroht die Gruppe mit einer Axt, zwingt sie, ihr das Wasser zu überlassen, und flieht. Die Konflikte innerhalb der Gruppe verschärfen sich zunehmend, besonders zwischen Baruchel und Rogen sowie zwischen Franco und McBride. Als das Wasser ausgeht, muss Robinson in den Keller, wo ihn ein Monster angreift.

Die Gruppe gräbt sich durch den Boden zu den Wasserkanistern, doch McBride verschwendet die Vorräte. Daraufhin wird er aus dem Haus geworfen. Jonah Hill betet abends zu Gott, dass Jay sterben möge, weil dieser nicht in die Gruppe passe. In der Nacht wird Hill von einem Dämon vergewaltigt und anschließend besessen. Die anderen können ihn ans Bett fesseln. Robinson erzählt Jay von seiner Begegnung mit dem Monster, und auch er glaubt nun an die Apokalypse. Als die Lebensmittel knapp werden, durchsuchen sie das Nachbarhaus, wo sie von einem dämonischen Monster angegriffen werden.

Robinson und Baruchel versuchen, den besessenen Hill zu exorzieren, doch das Haus gerät in Brand. Draußen greift ein riesiger Dämon an. Robinson opfert sich und wird durch einen blauen Lichtstrahl gerettet. Franco versucht dasselbe, wird aber von Kannibalen gefressen. Rogen und Baruchel stehen Satan gegenüber, doch als Rogen sich für Baruchel opfert, werden beide gerettet. Im Himmel treffen sie Robinson wieder, und Baruchel lässt die Backstreet Boys erscheinen, die „Everybody (Backstreet’s Back)“ singen.

Filmkritik und Fazit zum Film „Das ist das Ende“

Das ist das Ende“ funktioniert vor allem dann, wenn Rogen und Goldberg sich auf die Dynamik ihrer eingeschlossenen Gruppe konzentrieren. Die Inszenierung der Männerfreundschaften hat eine beinahe obsessive Qualität: Franco buhlt um Rogens Zuneigung, Hill umarmt jeden, der ihm über den Weg läuft. Diese homoerotisch aufgeladene Intimität wird nie explizit gemacht, sondern bleibt als subtiler Subtext bestehen. Die Schauspielleistungen sind dabei weniger schauspielerisches Können als vielmehr die Bereitschaft, das eigene Image radikal zu dekonstruieren. Michael Cera gibt den notgeilen Kokser, Channing Tatum spielt einen absurden Gastauftritt, Emma Watson persifliert ihre „Harry Potter“-Persona.

Sobald die Spezialeffekte überhandnehmen, verliert der Film seinen Schwung. Die zweite Hälfte setzt zunehmend auf Spektakel statt auf Figurenzeichnung, und die Apokalypse wird vom cleveren Hintergrund zum dominanten Vordergrund. Der Exorzismus-Ausflug wirkt überlang, Satan mit seinem Riesenpenis ist mehr plump als witzig. Dennoch gelingen weiterhin einzelne Momente: Die Backstreet Boys im Himmel, Watsons Flucht mit der Axt, McBrides Kannibalen-Armee – alles Szenen, die funktionieren, weil sie auf Überraschung und Timing setzen. Die technische Umsetzung der Effekte ist solide, Brandon Trosts Kamera hält die Intimität auch in den Actionszenen aufrecht.

Am Ende bleibt eine ungleichmäßige Komödie, die ihre stärksten Momente in der ersten Hälfte hat. Wer sich an derbem Humor nicht stört und selbstreferenzielle Hollywood-Satire schätzt, findet hier durchaus Unterhaltung. Das Regiedebüt von Rogen und Goldberg zeigt Potenzial, auch wenn die Balance zwischen Intimität und Spektakel nicht immer gelingt. Für Fans des Ensembles ist der Film sehenswert, für andere bleibt er eine nette, aber letztlich unausgewogene Mischung aus Klamauk und Metafiktion.

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