Hereafter – Das Leben danach

In „Hereafter – Das Leben danach“ folgen wir den Lebenswegen von drei Personen, die durch den Tod auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden werden. Regisseur Clint Eastwood webt ihre Geschichten zu einem dichten Geflecht aus Verlust, Hoffnung und der Suche nach Antworten auf die ultimativen Fragen des Lebens. George Lonegan, gespielt von Matt Damon, besitzt eine besondere Gabe, die ihm erlaubt, mit dem Jenseits zu kommunizieren. Doch diese Fähigkeit ist für ihn mehr Fluch als Segen, und er strebt nach einem normalen Leben fernab seiner medialen Auftritte in der Vergangenheit.

Hereafter - Das Leben danach
Dauer: 129 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Clint Eastwood
Produzenten: Clint Eastwood, Kathleen Kennedy, Robert Lorenz
Hauptdarsteller: Matt Damon, Cécile De France, Jay Mohr
Nebendarsteller: Frankie McLaren, Bryce Dallas Howard, George McLaren
Studio: WARNER HOME VIDEO
Sprachen: Deutsch, English

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Währenddessen kämpft die französische Journalistin Marie Lelay mit den Folgen eines Nahtod-Erlebnisses, das ihre Sicht auf das Leben grundlegend verändert. Ihr Weg führt sie zur Niederschrift eines Buches, das sich mit dem Jenseits auseinandersetzt. Parallel dazu versucht der junge Marcus in England, nach dem tragischen Verlust seines Bruders, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Diese drei Schicksale verflechten sich schließlich auf unerwartete Weise.

Besetzung, Regie und Drehorte

Clint Eastwood führte 2010 Regie bei „Hereafter – Das Leben danach„, einem Fantasy-Thriller, den Peter Morgan schrieb. Die Hauptrollen spielten Matt Damon als George Lonegan und Cécile de France als Marie Lelay, ergänzt durch Frankie und George McLaren als Marcus und Jason, sowie Bryce Dallas Howard, Jay Mohr, und Lyndsey Marshal in weiteren Rollen. Die Musik komponierte Eastwood selbst, während Tom Stern die Kameraführung übernahm und Joel Cox sowie Gary D. Roach den Schnitt besorgten.

Die Produktion fand größtenteils im Vereinigten Königreich statt, nutzte aber auch Drehorte in Frankreich, London und auf Hawaii, um steuerliche Vorteile und Förderungen des UK Film Councils zu nutzen. So begannen die Dreharbeiten in Frankreich und umfassten unter anderem das Le Grand Hôtel-Restaurant du Montenvers. In London wurden wichtige Szenen in Bermondsey und am Heygate Estate gedreht, während die Unterwasserszene mit de France im Pinewood Studio aufgenommen wurde. Ein Teil der Produktion erfolgte zudem in San Francisco und auf Maui, wo die Eröffnungsszene mit einem Tsunami gedreht wurde.

Der Film wurde auf dem Toronto International Film Festival 2010 vorgestellt und erhielt eine Oscarnominierung für die Besten visuellen Effekte. Die Altersfreigabe liegt bei FSK 12, und die Länge beträgt 129 Minuten. „Hereafter“ erschien am 27. Januar 2011 in den deutschen Kinos. Er wurde mit einem Budget von 50 Millionen Dollar produziert und spielte weltweit 107 Millionen Dollar ein.

Handlung & Inhalt vom Film „Hereafter – Das Leben danach“

George Lonegan aus San Francisco besitzt die seltene Gabe, mit Verstorbenen zu kommunizieren. Diese Fähigkeit belastet ihn jedoch stark, sodass er sich von seinem früheren, medial ausgeschlachteten Leben als Medium distanziert hat. Nun arbeitet er in einer Fabrik, weit entfernt von der öffentlichen Aufmerksamkeit. Sein Leben nimmt eine Wendung, als ein Geschäftspartner seines Bruders Billy seine Hilfe sucht. Durch eine Berührung kann George mit dem Jenseits in Kontakt treten und dem Mann Nachrichten seiner verstorbenen Ehefrau überbringen. Diese Erfahrung hinterlässt bei George gemischte Gefühle bezüglich seiner außergewöhnlichen Begabung.

Parallel dazu kämpft die französische Journalistin Marie Lelay mit den Nachwirkungen eines beinahe tödlichen Tsunami-Erlebnisses. Statt eines geplanten Buches über einen französischen Politiker, entscheidet sie sich, ihre Nahtoderfahrung zu verarbeiten, indem sie „Hereafter“ schreibt. Ihr Werk stößt zunächst auf Ablehnung, doch ein amerikanischer Verlag erkennt das Potenzial und lädt sie zur Vorstellung ihres Buches nach London ein. Marie’s Auseinandersetzung mit dem Tod führt sie auf einen unerwarteten Weg der Selbstfindung und öffnet ihr die Tür zu einer neuen Welt.

Zwischen Verlust und Neubeginn

In England leidet der junge Marcus unter dem Verlust seines Zwillingsbruders Jason, der bei einem Autounfall ums Leben kam. Marcus‘ Suche nach Kontakt zu Jason führt ihn durch das Internet zu verschiedenen Medien, doch ohne Erfolg. Seine Verzweiflung wächst, als seine Mutter ihn verlässt, um sich einer Entzugstherapie zu unterziehen, und er zu Pflegeeltern muss. Die Sehnsucht nach einer Verbindung zu seinem verstorbenen Bruder lässt Marcus nicht los, und er verfolgt jede Spur, die ihm Hoffnung gibt.

Währenddessen entwickelt George in San Francisco eine zarte Freundschaft zu Melanie, die er in einem Kochkurs trifft. Ihre Neugier auf Georges Gabe führt zu einem Reading, das schmerzhafte Erinnerungen an den Missbrauch durch ihren Vater weckt. Melanie verlässt George daraufhin, und er beschließt, eine Pause von seinem Leben in San Francisco zu nehmen. Seine Reise führt ihn nach London, wo er versucht, Abstand von seiner Gabe zu gewinnen, indem er sich auf die Werke von Charles Dickens konzentriert. Doch das Schicksal hat andere Pläne für ihn.

In London kreuzen sich die Wege von George, Marie und Marcus auf der Buchmesse. George lehnt zunächst Marcus‘ Bitte um ein Reading ab, doch das Schicksal und Marcus‘ Hartnäckigkeit führen schließlich doch zu einem bewegenden Treffen. George hilft Marcus, Frieden mit dem Verlust seines Bruders zu finden, und entdeckt dabei die Möglichkeit einer neuen Liebe mit Marie. Ihre Begegnung markiert einen Wendepunkt für alle drei, als sie lernen, mit ihren Verlusten umzugehen und nach vorne zu blicken. Das Ende des Films verwebt ihre Geschichten zu einem hoffnungsvollen Ausblick auf die Zukunft.

Fazit & Kritiken zum Film „Hereafter – Das Leben danach“

Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ erforscht mit sensibler Hand die Grenzen zwischen Leben und Tod. In Zusammenarbeit mit Kameramann Tom Stern schafft Eastwood eine visuell eindrucksvolle Welt, die die Sehnsucht nach Erlösung und die Auseinandersetzung mit dem Jenseits in den Vordergrund rückt. Durch die ernsthafte Betrachtung seiner Charaktere und die Vermeidung esoterischer Klischees gelingt es dem Film, eine tiefgründige Menschlichkeit zu vermitteln. Eastwood bleibt dabei seinen Prinzipien treu und liefert ein Werk, das sich durch große Menschlichkeit auszeichnet und die Zuschauer zum Nachdenken anregt.

Der Film behandelt universelle Fragen nach dem Danach und dem Kontakt zum Jenseits ohne vorgefertigte Antworten zu liefern. Eastwood wählt einen zurückhaltenden Ansatz, um die Nahtod-Erfahrungen und Visionen der Charaktere darzustellen, ohne religiöse Deutungen in den Vordergrund zu stellen. Die Individualität jedes Zuschauers in der Interpretation dieser Erfahrungen wird respektiert, indem der Film eine Plattform bietet, auf der sich Menschlichkeit in all ihren Facetten entfalten kann. Durch diese Herangehensweise wird „Hereafter“ zu einem Spiegel der menschlichen Seele, der persönliche Reflexionen über das Leben nach dem Tod ermöglicht.

Trotz einiger dramaturgischer Schwächen, bedingt durch die ambitionierte Struktur und das manchmal überladene Drehbuch von Peter Morgan, besticht „Hereafter“ durch seine atmosphärische Dichte und die hervorragenden Leistungen der Darsteller. Insbesondere Matt Damon als geplagtes Medium George und Cécile de France als von einem Tsunami traumatisierte Journalistin Marie liefern beeindruckende Porträts von Figuren, die sich auf der Suche nach Sinn und Verbindung befinden. Eastwoods Film ist somit eine eindringliche Betrachtung der menschlichen Existenz und der unauflöslichen Verbindung zwischen Leben und Tod, die mit Hoffnung und Menschlichkeit erfüllt ist.

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