Toy Story 4
Mit „Toy Story 4“ betritt eine der bekanntesten Animationsreihen ein neues erzählerisches Terrain. Während frühere Teile vor allem auf Gruppenzusammenhalt und klassische Abenteuer setzten, richtet sich der Blick nun stärker auf innere Veränderungen. Die Reihe, die Generationen von Zuschauern begleitet hat, schlägt damit einen ruhigeren Ton an – jedoch ohne ihren Kern zu verlieren. Pixar knüpft an das emotionale Gewicht des Vorgängers an, wagt aber zugleich einen Perspektivwechsel, der nicht nur nostalgische Erwartungen berührt.

| Dauer: | 100 Min. |
|---|---|
| FSK: | G (US) |
| Jahr: | 2019 |
| Kategorien: | Animation |
| Regie: | Josh Cooley |
| Produzenten: | Jonas Rivera, Mark Nielsen, Galyn Susman |
| Hauptdarsteller: | Tom Hanks, Tim Allen, Annie Potts |
| Nebendarsteller: | Tony Hale, Keegan-Michael Key, Madeleine McGraw, Christina Hendricks |
| Studio: | Pixar |
Im Zentrum stehen dieses Mal nicht nur neue Figuren, sondern auch eine gewachsene Unsicherheit. Woody erlebt, wie seine Rolle als Spielzeug an Bedeutung verliert, während Bonnie andere Interessen entwickelt. Eine zufällige Begegnung mit Forky führt zu neuen Dynamiken, während eine alte Bekanntschaft überraschend wieder auftaucht. Zwischen Antiquitätenladen, Kirmeslichtern und Abschieden entfaltet sich ein Handlungsbogen, der Nähe und Loslassen gegeneinanderstellt. Wie verändert sich Bedeutung, wenn sich das Umfeld wandelt?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Toy Story 4“ erschien 2019 als Fortsetzung der beliebten Pixar-Reihe. Regisseur Josh Cooley inszenierte den vollständig computeranimierten Film, das Drehbuch stammt von Stephany Folsom und Andrew Stanton. Produziert wurde er von Jonas Rivera, Mark Nielsen und Denise Ream. Die Musik komponierte erneut Randy Newman. Für die Kameraarbeit waren Patrick Lin und Jean-Claude Kalache zuständig, Axel Geddes übernahm den Schnitt. Der Film wurde in Disney Digital 3-D veröffentlicht.
In der Originalfassung sprach Tom Hanks erneut Woody, während Michael „Bully“ Herbig in der deutschen Version diese Rolle übernahm. Tim Allen lieh Buzz Lightyear seine Stimme, synchronisiert von Walter von Hauff. Annie Potts sprach Bo Peep, Alexandra Ludwig übernahm die deutsche Stimme. Tony Hale sprach Forky, Marc Oliver Schulze synchronisierte ihn auf Deutsch. Weitere Rollen besetzten Madeleine McGraw (Bonnie), Joan Cusack (Jessie), Blake Clark (Slinky Dog) und Jeff Pidgeon (Aliens). Der Film dauert 100 Minuten und erhielt in Deutschland eine FSK 0-Freigabe.
Weltweit spielte der Film über 1,07 Milliarden US-Dollar ein. In Deutschland sahen ihn rund 900.000 Menschen. „Toy Story 4“ erhielt zahlreiche Preise, darunter den Oscar für den besten Animationsfilm. Auch bei den Annie Awards, Critics’ Choice, Golden Globes, BAFTAs und weiteren Festivals wurde er mehrfach ausgezeichnet oder nominiert.
Handlung & Inhalt vom Film „Toy Story 4“
Nach einem Rückblick in die Vergangenheit zeigt sich, wie Woody vor Jahren die Chance ausschlägt, mit Porzellinchen zu gehen. Obwohl er sie vermisst, bleibt er bei Andy, da seine Treue gegenüber dem Jungen stärker wiegt als sein Wunsch nach Veränderung. In der Gegenwart lebt Woody bei Bonnie, die jedoch kaum noch mit ihm spielt. Stattdessen konzentriert sie sich auf neue Figuren. Woody fühlt sich nutzlos, hält aber weiter an seiner Rolle fest. Als Bonnie zur Vorschule muss, begleitet er sie heimlich. Dort hilft er ihr, Forky zu basteln, ein Spielzeug aus Müll.
Forky sieht sich nicht als Spielzeug, sondern als Abfall. Immer wieder versucht er, sich in den Müll zu werfen. Woody kümmert sich um ihn und bewacht ihn rund um die Uhr. Während eines Familienausflugs geraten die beiden vom Wohnmobil getrennt. Auf dem Rückweg erklärt Woody, warum Forky wichtig für Bonnie ist. Dadurch beginnt Forky, sich selbst als Spielzeug zu begreifen. Die beiden entdecken einen Antiquitätenladen. Woody erkennt dort die alte Lampe von Porzellinchen und hofft, sie wiederzufinden. Stattdessen treffen sie auf Gabby Gabby, die Woodys Stimme will.
Woody trifft eine Entscheidung
Gabby will durch eine neue Stimme endlich angenommen werden. Woody weigert sich zunächst, doch bei der Flucht bleibt Forky zurück. Währenddessen sucht Buzz nach Woody. Auf einer Kirmes trifft er Ducky und Bunny, die sich ihm anschließen. Sie gelangen schließlich zum Antiquitätenladen. Dort treffen Woody und Forky überraschend auf Porzellinchen, die ihnen mit ihren Freunden hilft. Gemeinsam planen sie eine Rettungsmission. Für einen riskanten Teil des Plans gewinnen sie Duke Caboom, der spektakulär springen kann.
Die Rettung misslingt zunächst, denn Gabby stellt ihnen eine Falle. Forky wird zwar befreit, aber Woody kehrt später zurück. Er bietet Gabby seine Stimme im Tausch gegen Forky an. Die Übergabe gelingt, doch Gabby wird von dem Kind zurückgewiesen. Woody nimmt sie trotzdem mit. Kurz darauf trifft Porzellinchen erneut ein – sie will Woody nicht zurücklassen. Gemeinsam setzen sie den Weg fort. Bei einem verirrten Mädchen erkennt Gabby schließlich ihre Chance auf ein neues Zuhause und trennt sich von der Gruppe.
Am Ende schafft es die Spielzeuggruppe zum Wohnmobil, das durch Tricks der anderen Spielzeuge zur Kirmes gelenkt wurde. Woody steht vor der Entscheidung: Rückkehr zu Bonnie oder ein neues Leben mit Porzellinchen. Buzz gibt ihm zu verstehen, dass Bonnie auch ohne ihn zurechtkommt. Woody entscheidet sich für einen Neuanfang mit Porzellinchen und bleibt bei der Kirmes. Dort helfen sie künftig anderen Spielzeugen. Währenddessen bastelt Bonnie einen neuen Forky – diesmal ein Mädchen. Die Geschichte schließt den Kreis, ohne alte Bindungen ganz zu lösen.
Fazit & Kritiken zum Film „Toy Story 4“
„Toy Story 4“ stellt die Figuren vor eine konsequente Weiterentwicklung, die nicht alle überzeugt. Der Film setzt stärker auf individuelle Entscheidungsprozesse als auf Gruppendynamik. Besonders Woodys innerer Wandel prägt den Verlauf, wirkt jedoch an manchen Stellen forciert. Während frühere Teile auf ausgewogene Ensemble-Momente setzten, verengt sich die Handlung nun auffällig auf einen Einzelcharakter. Diese Fokussierung bringt Klarheit, schwächt aber vertraute Beziehungen ab, die viele Zuschauer erwartet hätten.
Die Einführung neuer Figuren gelingt punktuell. Forky erzeugt in den ersten Szenen Reibung und Witz, verliert später jedoch an Profil. Gabby Gabby bringt einen ambivalenten Konflikt, der in der Auflösung überraschend unkritisch bleibt. Gerade die Kirmes-Szenen zeigen, wie viele Elemente parallel laufen, ohne gleichwertig zu wirken. Porzellinchens Rückkehr gerät zur pragmatischen Notwendigkeit, ihr neuer Lebensstil bleibt erklärungsbedürftig. Die Handlung bleibt dabei strukturiert, verliert aber stellenweise an emotionaler Schlagkraft. Einzelne Gags sitzen, andere wirken wie Lückenfüller.
Der Abschied von vertrauten Figuren erzeugt Wirkung, doch das Finale spaltet. Woodys Entscheidung lässt sich nachvollziehen, doch sie verändert die Grundstruktur der Reihe nachhaltig. Die emotionale Balance zwischen Alt und Neu gelingt nicht in allen Momenten. Gerade langjährige Zuschauer könnten sich fragen, ob dieser Schritt notwendig war. Zwar überzeugt das Drehbuch mit durchdachten Spannungsbögen, doch einige Brüche wirken kalkuliert. Der Film hinterlässt ein geschlossenes Bild, aber nicht zwangsläufig ein geschlossenes Gefühl.