Was würde ein Mensch tun, wenn er plötzlich die Macht Gottes in den Händen hält? Diese Frage stellt „Bruce Allmächtig" aus dem Jahr 2003 mit Jim Carrey in der Hauptrolle – und beantwortet sie zunächst so, wie man es erwartet: mit Chaos, Eigennutz und Slapstick. Tom Shadyac inszeniert eine Komödie, die zwischen Klamauk und theologischer Reflexion pendelt. Morgan Freeman spielt Gott mit einer Ruhe, die dem Film Halt gibt.
Deutsche Melodramen haben es schwer, den schmalen Grat zwischen echtem Gefühl und kalkuliertem Kitsch zu halten. Tim Trachtes Romanverfilmung „Dem Horizont so nah" wagt diesen Balanceakt und schickt zwei junge Hauptdarsteller ins emotionale Ungleichgewicht einer Liebe unter Zeitdruck. Luna Wedler und Jannik Schümann verkörpern ein Paar, dessen Glück von Anfang an begrenzt ist. Die Vorlage der realen Jessica Koch wurde zum Bestseller, der Film zum Publikumsmagneten.
Manche Filme erzählen von großen Revolutionen, dieser hier von einer kleinen: Ein autistischer Junge weigert sich, die Welt nach den Regeln der anderen zu deuten. Marc Rothemunds „Wochenendrebellen" folgt Jason und seinem Vater Mirco durch die Stadien deutscher Profivereine und fragt dabei, was Nähe zwischen Menschen eigentlich bedeutet. Florian David Fitz spielt den Vater mit ruhiger Präsenz, Cecilio Andresen den Sohn mit bemerkenswerter Direktheit. Zwischen Nudelregeln und Nazivergangenheit entfaltet sich ein deutsches Familienporträt.
Was wäre, wenn man die entscheidende Weggabelung des eigenen Lebens ein zweites Mal passieren könnte – diesmal mit dem Wissen von zwanzig Jahren? Diese Frage stellen sich viele, und Hollywood beantwortet sie seit Jahrzehnten im Body-Switch-Gewand. In „17 Again – Back to High School" bekommt ein verbitterter Enddreißiger genau diese Chance: Er erwacht im Körper seines 17-jährigen Ichs und stellt fest, dass er alles falsch verstanden hat.
Im Sommer 2007 sprachen 17 Millionen Fernsehzuschauer in den USA gleichzeitig über denselben Film – ein Rekord, der bis heute im US-Kabelfernsehen Bestand hat. Kenny Ortega verließ mit seinem zweiten „High School Musical" die vertrauten Schulkorridore und tauschte sie gegen einen sonnendurchfluteten Country Club. Was klingt wie eine bloße Kulissenverschiebung, wirft eine ernsthaftere Frage auf: Trägt ein Erfolgsrezept, wenn man es in neues Territorium verschleppt, oder verliert es dabei seinen wesentlichen Reiz?
Wenn das Meer eine eigene Stimme hätte, würde es wohl von Vaiana erzählen. Das zumindest legt Disneys 56. Animationsfilm nahe, der 2016 in die Kinos kam und polynesische Mythologie mit einem modernen Heldinnenporträt verknüpft. Hinter dem bezaubernden Südseepanorama steckt eine Geschichte über Pflicht, Mut und die Frage, ob Tradition und Aufbruch sich gegenseitig ausschließen – oder vielleicht gerade gemeinsam stark machen?
Ein Einfamilienhaus, ein makelloser Rasen, eine vierköpfige Familie beim Abendessen – die Kulisse könnte aus einem Werbespot stammen. Unter dieser polierten Oberfläche brodelt es jedoch gewaltig. Sam Mendes legte 1999 mit seinem Regiedebüt eine der präzisesten Demontagen des amerikanischen Traums vor, die das Kino der letzten Jahrzehnte hervorgebracht hat. Fünf Oscars, drei Golden Globes, sechs BAFTAs – die Auszeichnungen sprechen eine eindeutige Sprache.
"Wildherz - Auf der Reise zu mir selbst" begleitet die 20-jährige Simone Hage, die mit 16 die Schule abbricht und allein durch die Welt reist. Mit zwei Wildpferden legt sie 1.500 Kilometer von Bayern bis zur Ostsee zurück, verbringt den Winter in Dänemark und reist später durch Spanien, Ibiza und Portugal. Dabei sucht sie Orientierung bei einem Schamanen und einer Medizinfrau – ohne endgültige Antworten zu finden.
in siebzigjähriger Witwer als Praktikant im jungen Mode-Startup – die Prämisse klingt nach einem Komödien-Konzept, das leicht ins Peinliche abrutschen könnte. Nancy Meyers zeigt 2015 mit ihrem Film jedoch, wie man aus einer Generationskonstellation echte Wärme schöpft, ohne in Klischees zu versinken. Robert De Niro und Anne Hathaway tragen die ungleiche Freundschaft mit bemerkenswerter Chemie durch 121 Minuten Laufzeit. Warum der Film trotz gelungener erster Hälfte am Ende nicht ganz einlöst, was er verspricht?
Was bleibt, wenn der Rausch vorbei ist? Thomas Vinterbergs gleichnamiger Film, ausgezeichnet mit dem Oscar für den besten internationalen Film, stellt diese Frage nicht laut, sondern lässt sie im Raum stehen. Vier befreundete Gymnasiallehrer in Kopenhagen starten ein Experiment mit Alkohol, und für eine Weile scheint die Welt tatsächlich besser zu werden: der Unterricht lebendiger, die Ehen wärmer, das Leben erträglicher. Dann kommt der Morgen danach. Was genau dieser Film über uns alle aussagt?
Mit „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ ließ James Gunn 2014 mit einem sprechenden Waschbären und einem tanzenden Baum das gesamte Marvel Cinematic Universe hinter sich. Der erste „Guardians"-Film traf einen Nerv, den kaum jemand gesucht hatte – und den seitdem alle vermissen, sobald ein Sequel angekündigt wird. Drei Jahre später kehrte das Team zurück, mit neuem Vater, neuer Bedrohung und einem Mixtape Vol. 2. Kann ein Film, der sein Publikum bereits kennt, noch überraschen?
Das Große Barriere-Riff liegt still. Dann bricht ein Barracuda ein, und mit ihm der ruhige Alltag eines Clownfisches namens Marlin. Was folgt, ist keine einfache Heldenreise, sondern die Geschichte eines Vaters, der lernen muss, seinem Kind zu vertrauen – und einer Welt, die er längst aufgegeben hat. „Findet Nemo" erschien 2003 bei Pixar und gewann den Oscar für den besten Animationsfilm. Was macht diesen Film bis heute so ungewöhnlich wirkungsvoll?
Manchmal rettet ein Film eine Filmreihe, indem er alle bisherigen Regeln einfach ignoriert. Als Taika Waititi 2017 die Regie von „Thor: Tag der Entscheidung" übernahm, brachte er keinen Respekt vor der düsteren Mythologie des Stoffes mit – sondern Farbe, Chaos und einen Sinn für das Absurde, der dem Donnergott bis dahin fremd gewesen war. Was dabei entstand, überraschte Fans und Kritiker gleichermaßen. Aber lohnt sich das Ergebnis wirklich, oder verliert der Film über dem Witz die Substanz?
Freddie Mercury starb am 24. November 1991. Er hinterließ Musik, die bis heute Stadien füllt, und ein Leben voller Widersprüche, das die Nachwelt nie losließ. Über zwanzig Jahre nach seinem Tod wagte Hollywood den Versuch, dieses Leben auf die Leinwand zu bringen – mit einem Schauspieler, der die Rolle seines Lebens spielte, und einem Film, der mehr wollte, als er letztlich zeigen durfte. Was bleibt von „Bohemian Rhapsody", wenn man genauer hinschaut?
Es gibt Filme, die ihre Geschichte durch Bilder erzählen, bevor ein einziges Wort fällt. „The Danish Girl" gehört dazu. Tom Hooper entwirft mit pastellwarmen Leinwänden, zärtlichen Kamerabewegungen und zwei außergewöhnlichen Hauptdarstellern ein Porträt von Lili Elbe – einer der ersten Personen, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog. Der Film feierte 2015 in Venedig Premiere und gewann dort den Queer Lion Award.
Tim Burtons „Alice im Wunderland" aus dem Jahr 2010 markiert einen Wendepunkt im modernen Blockbuster-Kino. Der Film transformiert Lewis Carrolls literarische Vorlage in ein computeranimiertes Spektakel, das visuell überwältigt, narrativ jedoch konventionellen Genremustern folgt. Mit einem Budget von 200 Millionen Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von über einer Milliarde avancierte die Produktion zum kommerziellen Triumph. Mia Wasikowska, Johnny Depp und Helena Bonham Carter bevölkern ein digitales Wunderland, das zwischen künstlerischem Anspruch und Franchise-Logik changiert. Gelingt Burton die Balance zwischen märchenhafter Subversion und massentauglicher Unterhaltung, oder verschwindet Carrolls anarchischer Geist hinter der Greenscreen-Fassade?
"Toy Story 4" zeigt Woody in einer neuen Lebensphase bei Bonnie. Als Forky entsteht, übernimmt Woody Verantwortung und gerät außerhalb des Wohnmobils in eine Kette von Begegnungen. Ein Antiquitätenladen bringt Porzellinchen zurück, während Gabby Gabby eigene Ziele verfolgt. Entscheidungen, Trennungen und neue Wege prägen den Verlauf bis zum Abschied auf der Kirmes. Alte Bindungen lösen sich neu.
"Die Familie" zeigt eine Jugendliche, die gegen familiäre und soziale Erwartungen aufbegehrt. In einem abgelegenen Seminar entwickelt sich ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen Vertrauen, Nähe und Einfluss. Als eine Teilnehmerin tot im Wald gefunden wird, verändert sich die Dynamik. Die scheinbare Harmonie weicht Verunsicherung, während Misstrauen und emotionale Abhängigkeit zunehmen.
"Alles steht Kopf 2" ist die Fortsetzung des beliebten Animationsfilms "Inside Out". Die nun 13-jährige Riley muss sich den Herausforderungen der Pubertät stellen, begleitet von neuen und alten Emotionen wie Freude, Kummer, Angst und Zweifel. Währenddessen geraten die Emotionen in Konflikt darüber, wie sie Riley am besten unterstützen können.
"The Adam Project" verbindet die Genres Science-Fiction und Drama, indem es die Geschichte von Adam Reed erzählt, einem Piloten aus der Zukunft, der versehentlich im Jahr 2022 landet. Dort trifft er auf sein jüngeres Selbst und gemeinsam stellen sie sich der Aufgabe, eine dystopische Zukunft zu verhindern. Die Begegnung fördert eine ungewöhnliche Verbundenheit und Mut zur Veränderung.