High School Musical 2
Der Sommer 2007 gehörte einem Film, der im amerikanischen Kabelfernsehen schlicht alles niederwalzte, was an Zuschauerrekorden noch zu brechen war. „High School Musical 2“ erreichte bei seiner Erstausstrahlung 17 Millionen Menschen – eine Zahl, die selbst hartgesottene Fernsehproduzenten staunen ließ. Kenny Ortega, der Regisseur des Vorgängers, kehrte zurück, diesmal mit mehr Budget, mehr Sonne und dem Ehrgeiz, aus einem Schulkorridor-Musical ein veritables Sommer-Entertainment zu machen.

| Dauer: | 104 Min. |
|---|---|
| FSK: | G (US) |
| Jahr: | 2007 |
| Kategorien: | Musical |
| Regie: | Kenny Ortega |
| Produzenten: | Kenny Ortega, Bill Borden, Don Schain |
| Hauptdarsteller: | Zac Efron, Vanessa Hudgens, Ashley French |
| Nebendarsteller: | Lucas Grabeel, Corbin Bleu, Olesya Rulin, Chris Warren |
| Studio: | First Street Films, Salty Pictures, Disney Channel |
Musicalfilme fürs Fernsehen bewegen sich seit jeher in einem schwierigen Spannungsfeld: zu wenig Spektakel, und das Publikum schaltet um; zu viel Show, und die Figuren verlieren ihre Glaubwürdigkeit. Ob „High School Musical 2″ diese Balance hält, ob der Schritt vom Schulflur zum Country Club dem Franchise gut bekommt – das ist die eigentliche Frage hinter all den bunten Tanzsequenzen.
Besetzung, Regie und Drehorte
„High School Musical 2“ ist eine Fernsehfilmproduktion der Walt Disney Company aus dem Jahr 2007, inszeniert von Kenny Ortega nach einem Drehbuch von Peter Barsocchini. Mit einer Laufzeit von 106 Minuten und der Altersfreigabe FSK 0 richtet sich der Film klar an ein junges Publikum. Die Musik verantwortete David Nessim Lawrence, die Kameraarbeit übernahm Daniel Aranyo, den Schnitt Seth Flaum.
Das Ensemble aus dem ersten Teil kehrt vollständig zurück: Zac Efron spielt Troy Bolton, Vanessa Hudgens dessen Freundin Gabriella Montez. Ashley Tisdale gibt die unermüdlich intrigierende Sharpay Evans, während Lucas Grabeel ihren Bruder Ryan verkörpert. Corbin Bleu und Monique Coleman komplettieren als Chad Danforth und Taylor McKessie den inneren Freundeskreis. Mark L. Taylor tritt als Clubmanager Fulton neu hinzu, ebenso Jessica Tuck und Robert Curtis Brown als Eltern der Evans-Geschwister.
Gedreht wurde der Film überwiegend im US-Bundesstaat Utah, konkret in Salt Lake City sowie im Snow Canyon Country Club in St. George, der als Kulisse für den fiktiven Lava Springs Club diente. Zusätzliche Szenen entstanden in Los Angeles. Der Film wurde mit mehreren Teen Choice Awards ausgezeichnet, darunter als beste TV-Produktion, und erhielt Nominierungen für den Emmy sowie den Directors Guild of America Award für Ortega.
Handlung & Inhalt vom Film „High School Musical 2“
Das Schuljahr an der East High endet mit Aufbruchstimmung: Die Wildcats feiern den letzten Schultag, während Troy Bolton seinen Sommer finanzieren muss, um ein Sportstipendium zu erreichen. Gleichzeitig ist Sharpay Evans noch immer unversöhnt und weiterhin an Troy interessiert. Deshalb arrangiert sie über Clubmanager Fulton einen Job für Troy im familieneigenen Country Club Lava Springs. Troy stimmt zu, jedoch nur unter der Bedingung, dass auch Gabriella und seine Freunde Arbeit bekommen.
Die Wildcats treten geschlossen ihren Sommerjob an, unter anderem als Rettungsschwimmer, Caddies und Küchenpersonal. Sharpay ist wenig begeistert und setzt Fulton unter Druck, den Freunden das Arbeiten zu erschweren. Dennoch stärkt Troy zunächst den Zusammenhalt der Gruppe. Gleichzeitig beginnt Sharpay, ihn gezielt in ihre Nähe zu bringen und organisiert gemeinsame Aufgaben sowie Auftritte. Auch sein Vater und sein Basketballtrainer bestärken ihn darin, die Chancen zu nutzen.
Zwischen Versuchung und Verrat
Die Privilegien nehmen zu, denn Troy trainiert nun mit dem College-Team und bewegt sich in exklusiven Bereichen. Dadurch distanziert er sich jedoch zunehmend von Gabriella und seinen Freunden. Parallel entwickelt sich zwischen Ryan und Gabriella eine Verbindung, was Troys Eifersucht verstärkt. Sharpay manipuliert zusätzlich die Talentshow, indem sie das Programm auf sich zuschneidet und die anderen ausschließt.
Gabriella stellt Sharpay zur Rede, kündigt ihren Job und verlässt den Club. Troy erkennt daraufhin, wie sehr er sich verändert hat, und kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Deshalb lehnt er den Auftritt mit Sharpay ab und arbeitet wieder regulär im Club. Kurz vor der Show übergibt Ryan ihm das Lied „Everyday“, das neue Hoffnung schafft.
Beim Talentwettbewerb tritt Troy zunächst allein auf, bevor Gabriella zurückkehrt und sich mit ihm versöhnt. Gemeinsam treten sie mit den Wildcats auf, während Sharpay ihren Fehler einsieht und den Preis an Ryan übergibt. Schließlich endet alles in einer großen Poolparty, bei der alle gemeinsam „All for One“ singen und die Konflikte im Sommerlicht ausklingen.
Filmkritik und Fazit zum Film „High School Musical 2“
„High School Musical 2“ zeigt Kenny Ortega als Handwerker, der sein Metier kennt, aber diesmal in einem komfortableren Rahmen arbeitet. Die Choreografien fallen aufwendiger aus als im Vorgänger; die Poolszenen und Golfplatz-Nummern nutzen das Freiluft-Setting mit Bewusstsein für Raumwirkung. Zac Efron singt hier erstmals ohne vokale Unterstützung eines anderen Künstlers – und besteht diesen Test. Seine Stimme trägt das dramatische Solo „Bet on It“ mit der nötigen Überzeugungskraft, auch wenn die Nummer in ihrer Videoästhetik merklich auf Selbstinszenierung setzt.
Die narrative Substanz ist dabei dünner, als das visuelle Tempo suggeriert. Das Drehbuch führt Troy durch einen moralischen Abstieg, der zwar funktional konstruiert ist, aber wenig Raum für echte Ambivalenz lässt. Die Versuchung bleibt abstrakt, der Fall zu sauber. Ashley Tisdales Sharpay büßt gegenüber dem ersten Teil an komödiantischer Schärfe ein – die Figur kippt stärker ins reine Antagonistentum, verliert ihren schiefen Charme. Ryan hingegen gewinnt an Kontur; Lucas Grabeels Spiel in den Baseball- und Tanzszenen gehört zu den unaufdringlichsten Qualitäten des Films. Der Soundtrack, im ersten Teil noch frisch und überraschend, wirkt hier nach bewährten Rezepten produziert – eingängig, aber selten überraschend.
Für Fans des ersten Teils ist „High School Musical 2″ ein verlässliches, wenn auch kalkuliertes Sommerangebot. Wer Musicalfilme schätzt, die ihr Genre ernst nehmen, ohne es zu sprengen, findet hier solides Unterhaltungskino – mit einer Besetzung, die ihre Rollen trägt, und Choreografien, die das Auge beschäftigen. Der Funke des Unerwarteten, der den Vorgänger auszeichnete, bleibt diesmal aus.