Wenn Hollywood einen Cartoon-Klassiker ins Realfilmformat überführt, stehen die Vorzeichen selten günstig. Tim Story wagt dennoch den Versuch und schickt Tom und Jerry durch ein New Yorker Luxushotel, in dem eine aufwendige Traumhochzeit zelebriert werden soll. Die Titelfiguren bleiben stumm, ihre visuelle Handschrift erinnert bewusst an die gezeichneten Kurzfilme der vierziger Jahre. Chloë Grace Moretz spielt eine hochstapelnde Hotelangestellte zwischen Job und Katastrophe.
Tim Burtons „Alice im Wunderland" aus dem Jahr 2010 markiert einen Wendepunkt im modernen Blockbuster-Kino. Der Film transformiert Lewis Carrolls literarische Vorlage in ein computeranimiertes Spektakel, das visuell überwältigt, narrativ jedoch konventionellen Genremustern folgt. Mit einem Budget von 200 Millionen Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von über einer Milliarde avancierte die Produktion zum kommerziellen Triumph. Mia Wasikowska, Johnny Depp und Helena Bonham Carter bevölkern ein digitales Wunderland, das zwischen künstlerischem Anspruch und Franchise-Logik changiert. Gelingt Burton die Balance zwischen märchenhafter Subversion und massentauglicher Unterhaltung, oder verschwindet Carrolls anarchischer Geist hinter der Greenscreen-Fassade?