Der historische Fall des Willi Herold zählt zu den verstörendsten Episoden der deutschen Endkriegszeit. Robert Schwentke verfilmt ihn als Studie über die Macht einer Uniform und die Bereitschaft eines ganzen Apparats, jeder Lüge zu gehorchen, solange sie autoritär vorgetragen wird. Max Hubacher trägt das Kostüm, Frederick Lau und Milan Peschel formen das Ensemble dieser deutsch-französisch-polnischen Koproduktion. Warum funktioniert der Schwindel so reibungslos, wenn ringsum längst alles zerfällt?
"Im Westen nichts Neues" beginnt mit jugendlichem Idealismus und endet in stiller Auslöschung. Die Handlung folgt einem jungen Soldaten und seinen Kameraden durch Stellungskämpfe, Rückschläge und persönliche Verluste. Zwischen Hunger, Kälte und Waffenstillstandsverhandlungen verliert sich jeder Bezug zur Ausgangsmotivation. Selbst nach Kriegsende fordert das System Leben, ohne sie zu registrieren.
"Der Deserteur" zeigt das Aufeinandertreffen dreier Menschen in einer verlassenen Berghütte kurz vor Kriegsende. Ein verletzter SS-Soldat, eine jüdische Frau und ein junges Mädchen versuchen gemeinsam zu überleben. Während draußen die Kämpfe andauern, offenbaren sich persönliche Abgründe. Als ein weiterer Mann in ihr Versteck eindringt, geraten die mühsam erarbeiteten Strukturen aus dem Gleichgewicht.