Sie putzt die Wohnungen reicher Leute – und erbt dabei nebenbei die Erde. Das klingt absurd, und „Jupiter Ascending" weiß das auch. Die Wachowskis haben 2015 eine Weltraumoper inszeniert, die sich weder um Genre-Konventionen noch um die Erwartungen ihres Publikums schert: opulentes Design, eine weibliche Heldin jenseits des Action-Klischees, ein galaktisches Erbfolge-Drama mit echter konzeptueller Tiefe. Ob das Experiment trotz aller Reibungsverluste trägt, lässt sich nicht mit einem Satz beantworten – oder doch?
Sechs Zeiten, ein Ensemble, eine kühne Vision: Lana und Lilly Wachowski sowie Tom Tykwer adaptierten 2012 David Mitchells „Der Wolkenatlas" – ein literarisches Labyrinth, das als unverfilmbar galt. Mit 100 Millionen Dollar schufen sie den teuersten deutschen Film seiner Zeit. Schauspieler durchlaufen Jahrhunderte, wechseln Geschlecht und Identität. Die Montage verknüpft Sklavenhandel, Komponistenleid und dystopische Rebellion zu einem dreiständigen Genre-Mosaik.