Black Adam
Fünfzehn Jahre Wartezeit, ein Weltstar in der Hauptrolle, ein mythisch aufgeladener Antiheld aus dem DC-Universum – die Ausgangsbedingungen für „Black Adam“ hätten kaum vielversprechender sein können. Jaume Collet-Serra, der Dwayne Johnson bereits bei der Abenteuersause „Jungle Cruise“ inszenierte, übernahm die Regie für diesen eliten Eintrag ins DC Extended Universe. Dass sich hinter dieser Fassade aus Erwartungen und Marketingversprechen ein Film verbirgt, der seine eigenen Stärken systematisch untergräbt, ist das eigentliche Drama dieser Produktion.

| Dauer: | 120 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2022 |
| Kategorien: | Science-Fiction |
| Regie: | Jaume Collet-Serra |
| Produzenten: | Beau Flynn, Hiram Garcia, Dany Garcia, Dwayne Johnson |
| Hauptdarsteller: | Dwayne Johnson, Aldis Hodge, Noah Centineo |
| Nebendarsteller: | Sarah Shahi, Quintessa Swindell, Marwan Kenzari, Mo Amer |
| Studio: | New Line Cinema, Flynn Picture Company, DC Films, Seven Bucks Productions, Warner Bros. Pictures |
Black Adam ist eine Figur mit echtem Potenzial: ein Krieger, der weder Held noch Schurke ist, in einem moralischen Niemandsland zwischen Rache und Gerechtigkeit. Das Genrekino hat solche Figuren immer wieder produktiv genutzt. Die Frage ist nur, ob ein Hollywoodblockbuster des Jahres 2022 die Geduld und Konsequenz aufbringt, diesen Spielraum ernsthaft zu nutzen – oder ob er ihn zugunsten von Spektakel und Franchise-Pflege opfert.
Besetzung, Regie und Drehorte
„Black Adam“ entstand unter der Regie von Jaume Collet-Serra nach einem Drehbuch von Adam Sztykiel, Rory Haines und Sohrab Noshirvani. Die Produktion lag in den Händen von Beau Flynn, Hiram Garcia und Dwayne Johnson selbst, der damit auch als treibende Kraft hinter dem Projekt stand. Die Kamera führte Lawrence Sher, die Musik komponierte Lorne Balfe. Die Dreharbeiten fanden ab April 2021 in Atlanta statt und resultierten in einem Film mit einer Laufzeit von 125 Minuten, der am 20. Oktober 2022 in deutschen Kinos anlief.
Dwayne Johnson verkörpert den Titelhelden Teth-Adam alias Black Adam. An seiner Seite agieren Pierce Brosnan als der weissharige, schicksalssehende Doctor Fate, Aldis Hodge als entschlossener Hawkman und Noah Centineo als der ungestüme Atom Smasher. Quintessa Swindell komplettiert die Justice Society als windbeherrschende Cyclone. Die Gegenwartsebene in Kahndaq wird von Sarah Shahi als Wissenschaftlerin Adrianna Tomaz und Bodhi Sabongui als deren Sohn Amon bevölkert, während Marwan Kenzari den Antagonisten Ishmael gibt. Viola Davis tritt erneut als Amanda Waller auf, Henry Cavill in einem kurzen Gastauftritt als Superman.
Der Film hat eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren und wurde bei den Irish Film & Television Awards 2023 für Pierce Brosnan als besten Nebendarsteller nominiert. Die VES Awards nominierten „Black Adam“ zudem für die besten Spezialeffekte in einem fotorealistischen Spielfilm. Bei den Nickelodeon Kids‘ Choice Awards 2023 gewann Dwayne Johnson die Auszeichnung als bester Schauspieler.
Handlung & Inhalt vom Film „Black Adam“
Der Film beginnt zunächst mit einem Blick in die ferne Vergangenheit. Vor etwa 5000 Jahren leidet das nordafrikanische Königreich Kahndaq unter der brutalen Tyrannei von König Ahk-ton. Dabei versklavt er seine Untertanen und zwingt sie zur Förderung des wertvollen Elements Eternium. Zusätzlich lässt er die dämonische Krone von Sabbac schmieden, die enorme Macht verspricht. Im weiteren Verlauf erhebt sich ein Champion des Volkes gegen ihn. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Teth-Adam selbst, sondern um seinen Sohn. Gleichzeitig verleihen die Zauberer der Shazam-Linie ihm übernatürliche Kräfte, um Kahndaq zu retten. Im entscheidenden Kampf um seine Familie überträgt der Sohn diese Kräfte schließlich auf seinen verletzten Vater. Kurz darauf fällt er jedoch den Kriegern des Königs zum Opfer.
Im Schmerz über den Tod seines Kindes verlor Teth-Adam jede Kontrolle über seine Kraft. Er tötete Ahk-ton und dessen gesamte Gefolgschaft, zerstörte den Palast und wurde anschließend von den Zauberern in ein jahrtausendewährendes Gefängnis verbannt. In der Gegenwart ächzt Kahndaq unter einem neuen Unterdrücker: Die Verbrecherorganisation Intergang hält die Stadt seit 27 Jahren in ihrem Griff. Die Universitätsprofessorin Adrianna Tomaz sucht gemeinsam mit Kollegen und ihrem Bruder Karim nach der Krone von Sabbac, um sie vor Intergang in Sicherheit zu bringen. Als die Gruppe in einem antiken Grabmal von Söldnern bedrängt wird, spricht Adrianna in ihrer Not die Beschwörungsformel aus – und erweckt damit Teth-Adam aus seinem Schlaf.
Verrat, Dämonen und das Schicksal Kahndaqs
Das Erwachen des uralten Kriegers ruft sofort die Justice Society of America auf den Plan. Hawkman, Doctor Fate, Cyclone und Atom Smasher reisen nach Kahndaq, um Teth-Adam zu stoppen und zu inhaftieren. Gleichzeitig zeigt sich ein gefährliches Geheimnis: Ishmael entpuppt sich als Anführer von Intergang und Nachfahre von König Ahk-ton. Er will die Krone von Sabbac nutzen, um Kahndaq zu beherrschen. Als sein Tauschplan mit Amon scheitert, eskaliert die Lage. Teth-Adam verliert erneut die Kontrolle, Ishmael stirbt und Amon wird verletzt.
Von Schuld gezeichnet, ergibt sich Teth-Adam der Justice Society und landet in einem Versteck von Taskforce X. Doch die Gefahr bleibt bestehen. Doctor Fate sieht in einer Vision Hawkman sterben. Zurück in Kahndaq erkennen sie, dass Ishmaels Tod nur der Anfang war. Er hat sich bewusst geopfert, um als Sabbac wiederzukehren. Nun beschwört er Dämonen, die die Stadt überrennen. Die Bevölkerung stellt sich dem Angriff entgegen, angeführt von Adrianna und ihrer Familie.
Doctor Fate trifft eine letzte Entscheidung. Er opfert sein eigenes Leben, um Hawkman zu retten: Er errichtet ein magisches Kraftfeld, stellt sich Sabbac allein entgegen und schlägt kurz vor seinem Tod eine Astralprojektion, die Teth-Adam befreit. Der kehrt rechtzeitig nach Kahndaq zurück. Gemeinsam mit Hawkman bezwingt er den Dämon. Nach dem Kampf akzeptiert Kahndaq Teth-Adam als seinen Beschützer. Er nimmt den Namen Black Adam an. Eine Mid-Credit-Szene zeigt Amanda Wallers Warnung an ihn – und den Auftritt Supermans, der ein Gespräch vorschlägt.
Filmkritik und Fazit zum Film „Black Adam“
„Black Adam“ zeigt einen Antihelden mit klarer Präsenz, doch verschenkt sein Potenzial schnell. Dwayne Johnson dominiert jede Szene körperlich und trägt den Film sichtbar. Die Drehbuchautoren bauen zwar eine tragische Ursprungsgeschichte auf, doch der Film nutzt sie kaum emotional. Stattdessen erklären Figuren ständig Hintergründe, anstatt Gefühle zu entwickeln. Außerdem wirkt die Justice Society wie plötzlich hineingeworfen, ohne sauberen Aufbau.
Jaume Collet-Serra wechselt ständig den Ton und schafft keine klare Linie. Eine frühe Actionsequenz entfaltet starke Wirkung, weil Teth-Adam Söldner brutal und effizient ausschaltet. Direkt danach kippt der Film jedoch in ironische Zeitlupe und Rockmusik, was nicht zusammenpasst. Auch Lorne Balfes Musik versucht Größe zu erzeugen, verliert sich aber im Chaos der Stilwechsel. Im Finale dominiert CGI, doch die Bilder schaffen kaum emotionale Wirkung.
Pierce Brosnan bringt als Doctor Fate Ruhe und Gewicht in den Film. Besonders sein Opfermoment wirkt klar und emotional. Insgesamt bietet „Black Adam“ laute Action und viele Figuren. Dennoch beantwortet der Film seine zentralen Fragen nach Macht und Verantwortung kaum.