Grüne Ringe, kosmische Wächter, ein Korps aus intergalaktischen Polizisten – auf dem Papier klingt die Welt der Green Lanterns nach purer Kinomagie. Warner Bros. setzte 2011 auf Regisseur Martin Campbell, auf ein 200-Millionen-Budget und auf einen Hauptdarsteller namens Ryan Reynolds, der sich später selbst am liebsten rückwirkend aus dem Projekt gestrichen hätte. Dazwischen liegen 114 Minuten Film, die ihre Versprechen nur stellenweise einlösen.
Sie putzt die Wohnungen reicher Leute – und erbt dabei nebenbei die Erde. Das klingt absurd, und „Jupiter Ascending" weiß das auch. Die Wachowskis haben 2015 eine Weltraumoper inszeniert, die sich weder um Genre-Konventionen noch um die Erwartungen ihres Publikums schert: opulentes Design, eine weibliche Heldin jenseits des Action-Klischees, ein galaktisches Erbfolge-Drama mit echter konzeptueller Tiefe. Ob das Experiment trotz aller Reibungsverluste trägt, lässt sich nicht mit einem Satz beantworten – oder doch?