Kein Pate, kein Patenkind, kein familiäres Opernhaus. Scorseses Antwort auf Coppola kommt schnörkellos daher und trifft dadurch härter. Der Film folgt dem Aufstieg eines Halbwüchsigen zum assoziierten Mobster und zeigt dann über drei Jahrzehnte, wie das Versprechen der Straße langsam zerfällt. Zwischen Lufthansa-Raub, Kokainrausch und Zeugenschutzprogramm bleibt am Ende nur ein durchschnittlicher Niemand übrig. Die wahre Geschichte hinter Henry Hill wird zum Sinnbild einer ganzen Epoche.
Zwei Jahrzehnte nach seinem kultigen Erstling meldet sich Guy Ritchie auf vertrautem Terrain zurück. Mit „The Gentlemen" liefert der britische Regisseur 2019 eine Gangster-Komödie, die zugleich Rückbesinnung und ironische Selbstreflexion ist. Matthew McConaughey spielt einen Drogenbaron im Ausstiegsmodus, Hugh Grant in seiner Paraderolle als schmieriger Schnüffler. Hinzu kommen Colin Farrell, Charlie Hunnam und Michelle Dockery in einem Ensemble, das jede Szene mit Lust am Spiel auflädt.
Es gibt Kriminalfilme, die ihren Protagonisten glorifizieren. Und es gibt solche, die ihn einordnen. Ridley Scott wählte 2007 den zweiten Weg – mit einem Stoff, der auf einer wahren Geschichte basiert, einem Drehbuchautor, der für Schindlers Liste bekannt ist, und zwei Hauptdarstellern, die kaum unterschiedlicher sein könnten. „American Gangster" erzählt vom Aufstieg und Fall eines Mannes, der wie ein Unternehmer dachte – und dabei eine Stadt mit Heroin flutete.
"The Guard – Ein Ire sieht schwarz" verwebt die Geschichte von Sergeant Gerry Boyle, einem unkonventionellen irischen Polizisten, der sich mit FBI-Agent Wendell Everett zusammentut, um einen internationalen Drogenring zu zerschlagen. In der rauen Landschaft Irlands navigieren die beiden durch ein Minenfeld aus kulturellen Missverständnissen und moralischen Dilemmata, angereichert mit schwarzem Humor und unerwarteten Momenten der Menschlichkeit.