Deutsche Melodramen haben es schwer, den schmalen Grat zwischen echtem Gefühl und kalkuliertem Kitsch zu halten. Tim Trachtes Romanverfilmung „Dem Horizont so nah" wagt diesen Balanceakt und schickt zwei junge Hauptdarsteller ins emotionale Ungleichgewicht einer Liebe unter Zeitdruck. Luna Wedler und Jannik Schümann verkörpern ein Paar, dessen Glück von Anfang an begrenzt ist. Die Vorlage der realen Jessica Koch wurde zum Bestseller, der Film zum Publikumsmagneten.
Technologie verspricht Freiheit – und schafft neue Abhängigkeiten. In „Baby to Go" zeigt die franko-amerikanische Regisseurin Sophie Barthes eine Welt, in der selbst die Mutterschaft outgesourct werden kann: an eine eiförmige Kapsel, überwacht von einem Konzern mit eigenen Interessen. Was als bequeme Lösung beginnt, entwickelt sich zur Frage nach Kontrolle, Vertrauen und dem, was Elternschaft überhaupt bedeutet. Emilia Clarke und Chiwetel Ejiofor tragen diesen ruhigen Film mit spürbarem Engagement. Lohnt sich der Kinobesuch?
Ein Auto gerät auf glattem Asphalt ins Schleudern, und plötzlich gilt jede Regel des Alltags nicht mehr. Regisseur R. J. Cutler erzählt von einem Mädchen, das zwischen Leben und Tod schwebt, während Erinnerungen in ihr Bewusstsein drängen. Die Liebe zu einem Rocksänger, die Hingabe an ein Cello, die Stille eines Krankenhausflurs. Jugendbuchverfilmungen gab es 2014 viele, doch dieses Drama blieb in Erinnerung. Können intime Geschichten im Kino mehr bewegen als spektakuläre Fantasywelten?