Es gibt Filme, die mit ihrer Zeit brechen, weil sie sich weigern, ihr zu gehorchen. Quentin Tarantinos kontrafaktisches Kriegsepos von 2009 gehört zu jenen Werken, die Geschichte nicht rekonstruieren, sondern sie nach eigenen Regeln neu schreiben. Frankreich im Zweiten Weltkrieg dient dabei als Bühne, auf der Sprache zur tödlichsten Waffe wird und das Kino selbst die entscheidende Rolle übernimmt. Kann ein Film die Vergangenheit korrigieren – und was sagt das über die Macht der Leinwand aus?
Wenn ein deutscher Film den verhasstesten Mann des 20. Jahrhunderts als Komödienfigur inszeniert, ist der Skandal programmiert. David Wnendt wagt genau diesen Balanceakt und stellt Oliver Masucci als erwachten Diktator mitten auf deutsche Straßen. Echte Passanten, echte Stammtische, echte NPD-Zentralen begegnen dabei einer Figur, die eigentlich nur im Geschichtsbuch stehen sollte. Die Grenzen zwischen Satire und Feldstudie verwischen auf unheimliche Weise.
"Human" spielt in einer nahen Zukunft, in der Regierungen Euthanasieprogramme zur Bevölkerungsreduzierung durchsetzen. Charles York lädt seine erwachsenen Kinder zum Abendessen und offenbart seine Teilnahme. Als seine Frau Dawn flieht, eskaliert die Lage mit eintreffenden Beamten. Nach Charles’ Tod verlangt die Behörde ein weiteres Opfer. Alte Konflikte brechen auf, Gewalt bestimmt das Geschehen und die Geschwister geraten in einen tödlichen Streit um Entscheidungen.