Police Academy 5 – Auftrag Miami Beach
Miami, 1988: Als die Police Academy ihre müden Knochen in die Sonne Floridas trägt, um ihren Commandant zu ehren, ahnt niemand, dass der Nachmittag am Strand zur Generalprobe eines kriminellen Abenteuers wird. „Police Academy 5 – Auftrag Miami Beach“ ist der fünfte Teil einer Serie, die ihren eigenen Charme zunehmend hinter sich lässt. Was bleibt, ist ein Ensemble vertrauter Gesichter in unvertrauter Umgebung.

| Dauer: | 90 Min. |
|---|---|
| FSK: | 6 (DE) |
| Jahr: | 1988 |
| Regie: | Alan Myerson |
| Produzenten: | Paul Maslansky |
| Hauptdarsteller: | Bubba Smith, David Graf, Michael Winslow |
| Nebendarsteller: | Leslie Easterbrook, Marion Ramsey, Janet Jones, Lance Kinsey |
| Studio: | Warner Bros. Pictures |
Mit diesem Teil vollzieht die Reihe einen Bruch, der über den bloßen Schauplatzwechsel hinausgeht. Das bewährte Gefüge der Figuren schrumpft, der bekannteste Abgang ist der von Steve Guttenberg, dessen Mahoney-Figur das moralische Gewissen der Gruppe verkörperte. Was bleibt, sind Archetypen ohne Zentrum. Und so stellt sich die Frage, ob eine Franchise ohne ihren Kern noch die Energie aufbringen kann, die ihr Publikum einmal begeisterte.
Besetzung, Regie und Drehorte
„Police Academy 5 – Auftrag Miami Beach“ entstand 1988 unter der Regie von Alan Myerson, der mit diesem Film sein einziges Kinoprojekt innerhalb der Serie verantwortete. Das Drehbuch stammt von Pat Proft, einem erfahrenen Komödienautor. Die Kamera führte James Pergola, den Schnitt verantwortete Hubert C. de la Bouillerie. Robert Folk, der bereits frühere Teile musikalisch begleitete, komponierte auch hier den Score.
George Gaynes kehrt als zerstreuter Commandant Eric Lassard zurück, flankiert von Bubba Smith als Hightower, David Graf als Tackleberry und Michael Winslow als dem geräuscheimitierenden Jones. G. W. Bailey spielt erneut den intriganten Captain Harris, Lance Kinsey dessen Adlatus Proctor. Als Neubesetzung tritt Matt McCoy als Nick Lassard auf, Neffe des Commandants. René Auberjonois verkörpert den Gangsterchef Tony.
Der Film hat eine Laufzeit von 90 Minuten und ist in Deutschland ab sechs Jahren freigegeben. Gedreht wurde in und um Miami Beach, Florida. Bemerkenswert am Rande: Kathryn Graf, die Ehefrau des 2001 verstorbenen David Graf, hatte hier ihren einzigen Filmauftritt als Stewardess. Regisseur Myerson selbst tritt als rücksichtsloser Raucher im Flugzeug in Erscheinung. Der Film wurde 1989 bei den Kids’ Choice Awards in den USA für den Blimp Award in der Kategorie Favorite Movie nominiert.
Handlung & Inhalt vom Film „Police Academy 5 – Auftrag Miami Beach“
Der Film beginnt in der bekannten Akademie. Captain Harris schleicht sich nächtens ins Büro des Commissioners, um dort die Personalakte von Commandant Lassard einzusehen. Die Entdeckung ist für Harris erfreulich: Lassard hat das Zwangspensionierungsalter längst überschritten. Harris gibt den Hinweis weiter, und Commissioner Hurst eröffnet Lassard bei der Abschlussfeier des Jahrgangs 1988 seine bevorstehende Pensionierung. Die Nachricht wird durch eine Ehrung abgefedert: Bei der nationalen Versammlung der Polizeichefs in Miami Beach soll Lassard zum Polizisten des Jahrzehnts ernannt werden.
Lassard reist mit seinen besten Leuten nach Florida, darunter auch Tommy „House“ Conklin, der im Vorgängerfilm durch das Bürgerpatrouillen-Programm bekannt wurde. Am Flughafen Miami kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung: Lassards Reisetasche wird mit jener einer Gangsterbande vertauscht, die in einer umgebauten Videokamera gestohlene Diamanten transportiert. Lassard selbst bemerkt nichts. Gangsterboss Tony, gespielt von René Auberjonois, muss seinem Auftraggeber Dempsey die Edelsteine übergeben und hat dafür 24 Stunden Zeit. Am Strand lernt Nicks die attraktive Kate kennen, die sich später als Polizistin entpuppt.
Chaos, Entführung und letzte Rettung
Tony und seine Handlanger erkennen zufällig Lassard als Polizisten und versuchen auf mehreren Wegen, die Tasche zurückzubekommen. Alle Versuche scheitern. Beim Galadinner wollen die Gangster Lassard mit einer Spritze betäuben, doch auch das misslingt. Als die Diamanten versehentlich aus der Kamera fallen, nimmt Tony Lassard als Geisel. Lassard glaubt indes, er nehme an einer angekündigten Polizeidemonstration teil, und unterstützt seine Entführer bereitwillig mit gutgemeinten Ratschlägen.
Die Akademie-Polizisten und die Kollegen aus Miami organisieren eine Rettungsaktion. Über Aufzugs- und Lüftungsschächte dringen sie vor. Harris, stets auf eigenen Ruhm bedacht, versucht einen Alleingang per Hubschrauber. Das geht erwartungsgemäß schief, und ausgerechnet er wird selbst entführt. Tony bringt Lassard und Harris auf die Yacht des Gangsterbosses Dempsey, die er nach dem Diamantenhandel versenken will.
In letzter Minute erreichen Nick, Kate, Jones und Tackleberry das Schiff. Harris wird von einem Krokodil attackiert und von Hightower gerettet. Als Nick Lassard schließlich erklärt, dass die Entführung keine Übung war, schlägt der Commandant Tony kurzerhand nieder. Bei einer Abschlussfeier werden alle beteiligten Polizisten – mit Ausnahme von Harris und Proctor – mit einem Stadtorden ausgezeichnet. Hightower erhält eine Beförderung zum Lieutenant. Commissioner Hurst gibt bekannt, dass Lassard erst dann in Rente geht, wenn er es selbst wünscht – Harris‘ Plan ist vollständig gescheitert.
Filmkritik und Fazit zum Film „Police Academy 5 – Auftrag Miami Beach“
„Police Academy 5 – Auftrag Miami Beach“ steht sinnbildlich für eine Franchise in der Erschöpfungsphase. Regisseur Alan Myerson inszeniert mit handwerklicher Routine, aber ohne erkennbare Haltung. Das Drehbuch von Pat Proft setzt auf mechanischen Slapstick: Spritzen treffen falsche Gesäße, Strohhüte fangen Feuer, und Harris erleidet Demütigung um Demütigung. Was einst als Subversion des Polizeifilms gemeint war, ist zu einem Reflex geworden, der sich selbst nicht mehr hinterfragt. Die Kamera von James Pergola profitiert immerhin vom Schauplatz – Miami liefert Farbe und Weite, die den Vorgängerfilmen fehlten.
Das Tempo ist gleichmäßig, aber träge. Myerson findet kein rhythmisches Gespür für Slapstick-Sequenzen, die eigentlich auf präzises Timing angewiesen wären. Die Vertauschungs-Komik funktioniert strukturell, verpufft aber mangels Eskalation. Neu ist der Versuch, mit Diamantenräubern einen echten Antagonisten einzuführen – erstmals in der Serie sind die Bösewichte namentlich und dramaturgisch greifbar. René Auberjonois spielt Tony mit sparsamer Ironie, was dem Film kurze Momente der Schärfe beschert. Robert Folks Score bleibt der Serie treu, ohne neue Akzente zu setzen.
Wer die Serie aus nostalgischer Verbundenheit verfolgt, findet in diesem Teil die gewohnten Figuren – und das ist zugleich das Höchste, was er anbietet. Für Slapstick-Enthusiasten, die präzise Inszenierung schätzen, liegt die Messlatte deutlich höher. Miami Beach rettet den Film vor vollständiger Eintönigkeit. Als Serienabschluss wäre er vertretbar gewesen – als Fortsetzung ist er ein Zeichen, dass die Luft langsam raus ist.