50 erste Dates
Manche Liebesgeschichten erzählen von der Suche nach dem richtigen Menschen. „50 erste Dates“ stellt eine radikalere Frage: Was bedeutet Liebe, wenn das Erinnern selbst zur täglichen Sisyphusarbeit wird? Peter Segals romantische Komödie aus dem Jahr 2004 nimmt eine medizinische Prämisse und dreht daraus etwas Unerwartetes – einen Film, der zwischen schreiend lautem Humor und leiser Rührung pendelt, ohne sich für eine Seite wirklich zu entscheiden.

| Dauer: | 99 Min. |
|---|---|
| FSK: | 6 (DE) |
| Jahr: | 2004 |
| Kategorien: | Komödie, Romantik |
| Regie: | Peter Segal |
| Produzenten: | Jack Giarraputo, Steve Golin, Nancy Juvonen |
| Hauptdarsteller: | Adam Sandler, Drew Barrymore, Rob Schneider |
| Nebendarsteller: | Sean Astin, Lusia Strus, Dan Aykroyd, Amy Hill |
| Studio: | Columbia Pictures, Anonymous Content, Flower Films, Happy Madison Productions |
Hawaii als Kulisse verspricht Leichtigkeit, Sonne und das süße Nichts eines Urlaubsflirts. Was der Film daraus macht, ist komplizierter als die Postkarte. Henry und Lucy könnten ein gewöhnliches Paar werden. Können sie aber nicht. Zwischen ihnen steht jede Nacht wie eine Wand. Kann Liebe bestehen, wenn sie täglich neu erkämpft werden muss – und ist das überhaupt noch Liebe oder schon Entschlossenheit?
Besetzung, Regie und Drehorte
„50 erste Dates“ ist eine US-amerikanische Romankomödie, die 2004 unter der Regie von Peter Segal entstand. Das Drehbuch schrieb George Wing, die Produktion übernahmen Jack Giarraputo, Steve Golin und Nancy Juvonen. Für die Filmmusik zeichnete Teddy Castellucci verantwortlich, die Kamera führte Jack N. Green. Der Film wurde auf Hawaii gedreht und nutzt die tropische Kulisse des Archipels konsequent als emotionalen Gegenpol zur Schwere seiner Prämisse.
Die Hauptrollen spielen Adam Sandler als Tierarzt Henry Roth und Drew Barrymore als die gedächtnisversehrte Lucy Whitmore. An ihrer Seite agieren Rob Schneider als Henrys exzentrischer Freund Ula, Sean Astin als Lucys Bruder Doug sowie Blake Clark als ihr fürsorglicher Vater Marlin. Dan Aykroyd übernimmt die Rolle des behandelnden Arztes Dr. Joseph Keats, während Allen Covert als „Ten-Second“-Tom eine der markantesten Nebenfiguren des Films verkörpert. Kevin James hat einen Cameo-Auftritt.
Der Film hat eine Laufzeit von 95 Minuten und ist in Deutschland ohne Altersbeschränkung freigegeben (FSK 0). Die Produktionskosten lagen bei rund 75 Millionen US-Dollar; eingespielt wurden weltweit etwa 196,5 Millionen Dollar. Adam Sandler und Drew Barrymore wurden für mehrere MTV Movie Awards nominiert und gewannen gemeinsam in der Kategorie Bestes Team. Teddy Castellucci erhielt den BMI Film Music Award für die Filmmusik.
Handlung & Inhalt vom Film „50 erste Dates“
Henry Roth lebt in Hawaii, wo er als Tierarzt im Sea Life Park arbeitet und nebenbei ein auskömmliches Doppelleben führt. Er verführt Touristinnen mit erfundenen Identitäten, vermeidet jede ernsthafte Bindung und gilt unter seinen Bekannten als notorischer Aufreißer. Sein Leben folgt einem Rhythmus der angenehmen Unverbindlichkeit. Das ändert sich schlagartig, als er im Hukilau Café auf Lucy Whitmore trifft. Sie malt, sie lacht, sie ist anders. Henry ist sofort angezogen und sucht am nächsten Tag das Gespräch. Lucy reagiert, als würde sie ihn zum ersten Mal sehen – denn genau das ist der Fall.
Ein Autounfall hat Lucys Gedächtnis dauerhaft verändert. Ihr Langzeitgedächtnis ist intakt, doch jede Nacht löscht den vorangegangenen Tag aus ihrem Bewusstsein. Jeden Morgen erwacht sie in dem Glauben, es sei der Tag vor ihrem Unfall. Ihr Vater Marlin und ihr Bruder Doug wissen davon und haben eine aufwändige Alltagsscharade konstruiert, um Lucy vor der Wahrheit zu schützen. Sie wiederholen täglich denselben Tag, feiern immer wieder Marlins Geburtstag, schauen denselben Film – und verbergen den Kalender. Henry erfährt die ganze Geschichte von der Café-Managerin Sue und fasst einen Entschluss: Er wird Lucy täglich neu für sich gewinnen.
Wenn Liebe zur täglichen Entscheidung wird
Was als romantisches Experiment beginnt, entwickelt eine eigene Dynamik. Henry erfindet neue Wege, Lucys Aufmerksamkeit zu gewinnen – manchmal gelingt es, manchmal scheitert er. Die Scharade gerät ins Wanken, als Lucy einen Strafzettel erhält, der ihr zeigt, dass das Datum auf ihrem Kalender nicht stimmen kann. Marlin und Doug versuchen, den Schaden zu begrenzen, doch Lucy ist klüger als ihr Umfeld vermutet. Die Entdeckung der Wahrheit erschüttert sie – und offenbart, dass dies nicht das erste Mal ist, dass ihre Welt so zusammengebrochen ist.
Henry bereitet eine Videokassette vor, die Lucy jeden Morgen über ihren Unfall, ihr Leben und ihre Beziehung zu ihm informiert. Er macht ihr einen Heiratsantrag; sie nimmt an. Am nächsten Morgen erinnert sie sich an nichts. Lucy zieht eine radikale Konsequenz: Sie bricht die Beziehung ab, überzeugt davon, Henry an einem erfüllten Leben zu hindern. Sie schreibt ihr Tagebuch um, streicht ihn heraus.
Die Zeit vergeht, und Henry merkt, dass Lucy ihn in ihren Bildern immer wieder malt – ohne zu wissen, wer er ist. Sie hat ihn in ihrer Kunst festgehalten, obwohl ihr Gedächtnis ihn täglich löscht. Die beiden finden zueinander. Sie heiraten. Der Film endet auf einem Forschungsschiff: Lucy erwacht, greift nach der Videokassette, erfährt erneut ihre Geschichte. Henry tritt ein – und stellt ihr ihre gemeinsame Tochter vor. Der Kreis schließt sich, ohne sich zu schließen.
Filmkritik und Fazit zum Film „50 erste Dates“
„50 erste Dates“ zeigt, wozu das romantische Komödienfach fähig ist, wenn es eine ungewöhnliche Prämisse ernst nimmt – zumindest phasenweise. Die Chemie zwischen Adam Sandler und Drew Barrymore trägt den Film weit über das hinaus, was das Drehbuch allein leisten könnte. Barrymore spielt Lucy mit einer Verletzlichkeit, die nie ins Sentimentale kippt. Sandler wiederum zeigt, dass er mehr kann als grobe Komik – sobald er im Bild mit ihr ist, wirkt er geerdet. Die Szene, in der Henry die Videokassette vorbereitet, gehört zu den stillen Höhepunkten des Films.
Regisseur Peter Segal inszeniert Hawaii als Sehnsuchtsraum, ohne ihn zu überromanticisieren. Jack N. Greens Kamera setzt auf warme Farben und weiche Übergänge, die dem emotionalen Grundton entsprechen. Teddy Castelluccis Musik – darunter Israel Kamakawiwoʻoles damals wenig bekannte Version von „Over the Rainbow“ – verleiht dem Film eine eigenwillige Melancholie. Wo der Film jedoch strauchelt, ist im Randprogramm: Die Nebenfiguren rund um Rob Schneiders Ula und die grob angelegte Assistenzfigur Alexa ziehen den Ton spürbar in Richtung Klamauk, ohne dass dabei echte Lacher entstehen. Diese Momente wirken wie Fremdkörper in einem Film, der anderswo erstaunlich respektvoll mit seinem Thema umgeht.
Wer romantische Komödien schätzt, die sich nicht mit einfachen Auflösungen zufriedengeben, findet hier einen Film, der das Genre punktuell überragt. Der Schluss auf dem Forschungsschiff bleibt lange im Gedächtnis – und das, obwohl er konsequent offen ist. Für ein anspruchsloses Vergnügen zu komplex, für anspruchsvolles Kino zu uneben: „50 erste Dates“ ist ein Film, der mehr gelingt als er sich selbst zutraut.