The Italian Job – Jagd auf Millionen
Das Heist-Movie ist ein Genre, das auf Präzision gebaut ist – auf den richtigen Moment, das perfekte Timing, die kalkulierte Überraschung. „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ aus dem Jahr 2003 begreift diese Anforderung als Programm, nicht nur für seine Figuren, sondern für den Film selbst. F. Gary Gray inszeniert Raub und Rache als elegantes Maschinenspiel, in dem jede Schraube ihren Platz kennt.

| Dauer: | 111 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2003 |
| Kategorien: | Thriller |
| Regie: | F. Gary Gray |
| Produzenten: | Donald De Line |
| Hauptdarsteller: | Mark Wahlberg, Charlize Theron, Edward Norton |
| Nebendarsteller: | Seth Green, Jason Statham, Yasiin Bey, Donald Sutherland |
| Studio: | De Line Pictures, Working Title Films, Paramount Pictures, Peninsula Films, Senator International |
Remakes tragen immer die Last des Originals. Peter Collinsons britisches Kultwerk von 1969 lebt bis heute in Filmgedächtnissen weiter. Wie viel Raum bleibt da für eine Neuversion? Wird ein modernes Gewand aus einem bekannten Stoff wirklich einen eigenen Film machen – oder nur eine aufgewärmte Hommage?
Besetzung, Regie und Drehorte
„The Italian Job – Jagd auf Millionen“ ist ein US-amerikanischer Thriller von F. Gary Gray aus dem Jahr 2003, produziert von Tim Bevan, Donald De Line und Jim Dyer. Das Drehbuch stammt von Donna und Wayne Powers, die Kamera führte Wally Pfister. John Powell verantwortete die Filmmusik, der Schnitt lag bei Richard Francis-Bruce und Christopher Rouse. Die Produktionskosten beliefen sich auf rund 60 Millionen US-Dollar, der Film spielte weltweit über 176 Millionen US-Dollar ein.
Die Hauptrolle des Planungskopfes Charlie Croker übernahm Mark Wahlberg. An seiner Seite agieren Charlize Theron als Johns Tochter Stella, Donald Sutherland als erfahrener Safeknacker John Bridger und Edward Norton als der verräterische Steve. Das Ensemble wird ergänzt durch Jason Statham als Fahrer Rob, Seth Green als Hacker Lyle und Mos Def als Sprengstoffexperte Linkes Ohr. Gedreht wurde unter anderem in Venedig und Los Angeles.
Der Film läuft 117 Minuten und ist ab FSK 12 freigegeben. F. Gary Gray erhielt für seine Regiearbeit 2004 den Black Reel Award. Das Stunt-Team um Clay Cullen, Michael Gaines, Mike Massa und Jean Paul Ruggiero wurde mit dem Taurus Award für den besten Spezialstunt ausgezeichnet. Als markantes automobiles Merkmal gelten die drei Minis in Rot, Blau und Weiß, die im Abschlusscoup eine zentrale Rolle spielen.
Handlung & Inhalt vom Film „The Italian Job – Jagd auf Millionen“
Venedig bildet den Schauplatz eines präzise ausgeklügelten Coups: Charlie Croker leitet dabei ein eingespieltes Team aus spezialisierten Fachleuten, die gemeinsam Goldbarren im Wert von 35 Millionen US-Dollar entwenden wollen. Zudem ergänzt sich die Gruppe nahezu lückenlos durch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten, darunter Safeknacker-Veteran John Bridger, Hacker Lyle, Fahrer Rob, Sprengstoffexperte Linkes Ohr und Allrounder Steve. Im weiteren Verlauf entwickelt sich der Plan Schritt für Schritt, wobei der eigentliche Coup schließlich spektakulär gelingt: Zunächst wird der Fußboden unter einem Safe kontrolliert weggesprengt, sodass das Gold gezielt in ein überflutetes Kellergeschoss sinkt, wo es anschließend per Unterwasserbergung gesichert und geborgen wird. Gleichzeitig lenkt ein Schnellboot die Verfolger geschickt ab, während das Team parallel die Beute durch Venedigs Kanäle in Sicherheit bringt und sich dadurch konsequent jeder direkten Verfolgung entzieht.
Der Triumph währt kurz. Steve hatte den Verrat längst geplant und lässt seine eigenen Leute von Bewaffneten stoppen. Die Goldbarren werden umgeladen, John Bridger erschossen. Den Rest des Teams überlässt Steve dem vermeintlichen Ertrinkungstod im eiskalten Wasser. Nur die Tauchausrüstung aus dem Coup selbst rettet die Gruppe. Steve glaubt, seinen Rivalen endgültig losgeworden zu sein. Ein Jahr später zeigt sich, wie falsch er damit liegt. Charlie hat seine Spur bis nach Los Angeles verfolgt und trommelt das überlebende Team erneut zusammen.
Rache nach Plan
Der neue Plan richtet sich auf Steves streng gesicherte Villa in Los Angeles und das dort versteckte Gold. Deshalb soll Stella, Johns Tochter und professionelle Safeknackerin im Polizeidienst, das Team ergänzen. Zunächst zögert sie, doch schließlich wiegt die Rache am Mörder ihres Vaters schwerer als ihre Skrupel. Daraufhin verschafft sie sich als Fernsehtechnikerin Zugang zur Villa und analysiert das moderne Sicherheitssystem. Steve zeigt sich interessiert und lädt sie zum Abendessen ein. Allerdings scheitert der geplante Einbruch noch am selben Abend an einer lauten Gartenparty des Nachbarn. Als Steve Stella zudem als John Bridgers Tochter entlarvt, bricht Charlie den Einsatz sofort ab. Gleichzeitig erschießt Steve seinen ukrainischen Kontaktmann und beschleunigt den Abtransport des Goldes.
Kurz darauf verlassen drei identische Panzerwagen gleichzeitig das Anwesen auf verschiedenen Routen, während Steve alles aus dem Helikopter überwacht. Nun muss das Team schnell handeln. Lyle hackt sich in das Verkehrsnetz von Los Angeles und erkennt den beladenen Wagen an seiner geringeren Bodenfreiheit. Anschließend manipuliert er die Ampelschaltungen und legt große Teile des Verkehrs lahm. Gleichzeitig hat Linkes Ohr die Zielstraße mit Sprengfallen vorbereitet. Schließlich bricht der Asphalt ein, der Transporter stürzt in einen U-Bahn-Schacht, wo Charlie und die anderen bereits warten. Dort öffnet Stella den Tresor, das Gold wird in drei Minis verladen, und die Flucht durch den Untergrund beginnt.
Wenig später bemerkt Steve den Diebstahl und nimmt sofort die Verfolgung auf, jedoch ohne Erfolg. Eine rasante Jagd führt bis zu einem Bahnhof, wo die Minis in einem Güterwaggon verschwinden. Was Steve jedoch für seinen letzten Vorteil hält, entpuppt sich als Falle. Charlie hat die ukrainische Mafia längst informiert und ihr einen Anteil angeboten. Deshalb wird Steve am Bahnhof gestellt. Während Charlie und sein Team per Zug entkommen, erfüllt sich später jedes Mitglied seinen persönlichen Traum.
Filmkritik und Fazit zum Film „The Italian Job – Jagd auf Millionen“
„The Italian Job – Jagd auf Millionen“ funktioniert am besten, wenn er sich auf seine mechanische Präzision verlässt. Kameramann Wally Pfister, damals kurz nach „Memento“, setzt die Venedig-Sequenz mit atmosphärischer Dichte in Szene – Wasserreflexe, enge Kanäle, ein ruhiger Rhythmus, der die Kaltblütigkeit des Coups spürbar macht. Das Ensemble spielt aufeinander eingespielt, ohne je zu einem wirklichen Ensemble zu verschmelzen. Seth Green trägt seinen Running Gag mit der selbst erfundenen Behauptung, Napster erfunden zu haben, mit leichter Hand, während Donald Sutherland in wenigen Minuten mehr Leinwandgewicht entfaltet als die Haupthandlung in ihrer Mitte.
Die Achillesferse liegt im Mittelstück. Die Planungsphase in Los Angeles zieht sich in einem Tempo, das dem Genre wenig dient. Edward Norton, der als kaltblütiger Verräter besetzt ist, bleibt merkwürdig blass – weniger wegen mangelnder Fähigkeit als wegen einer Rolle, die keine echte Bedrohung aufbaut. Mark Wahlberg hält den Film als ruhiges Zentrum zusammen, ohne die Gravitas zu entwickeln, die Charlie Croker eigentlich bräuchte. John Powells Musik stützt die Actionszenen zuverlässig, ohne eigene Akzente zu setzen. Der Einsatz von Pink Floyds „Money“ gegen Ende besitzt hingegen eine trockene Ironie, die dem Film gut steht.
Wer Heist-Movies schätzt, wird mit „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ gut bedient. Der Film liefert handgemachte Stunts, eine Verfolgungsjagd mit echtem Spaßfaktor und einen Schluss, der die Figurenmotivationen sauber auflöst. Er übertrifft seine Vorlage nicht, stellt sie aber auch nicht in den Schatten. Ein solider, kurzweiliger Thriller, der seine besten Momente kennt – und in diesen Momenten wirklich überzeugt.