High School Musical
Es gibt Filme, die das Kino herausfordern – und solche, die das Fernsehen verändern. „High School Musical“ gehört zur zweiten Kategorie. Der Disney-Channel-Film aus dem Jahr 2006 schien auf den ersten Blick wie viele seiner Vorgänger: ein kleines TV-Projekt mit begrenztem Budget und einer vorhersehbaren Prämisse. Doch was am 20. Januar 2006 in den USA über die Bildschirme flimmerte, entwickelte sich zu einem Kulturphänomen, das eine ganze Generation prägte.

| Dauer: | 98 Min. |
|---|---|
| FSK: | G (US) |
| Jahr: | 2006 |
| Kategorien: | Musical |
| Regie: | Kenny Ortega |
| Produzenten: | Don Schain |
| Hauptdarsteller: | Zac Efron, Vanessa Hudgens, Ashley French |
| Nebendarsteller: | Lucas Grabeel, Corbin Bleu, Monique Coleman, Bart Johnson |
| Studio: | Salty Pictures, First Street Films |
Das Musical als Gattung hat eine lange Tradition darin, gesellschaftliche Normen durch Gesang und Tanz zu verhandeln. Schule, Sport, Kunst – und die Frage, ob man sein wahres Ich zeigen darf, ohne den sozialen Zusammenhalt zu riskieren. „High School Musical“ greift diese Fragen auf, verpackt sie in knallbunte Kulissen und einen poppigen Soundtrack. Wie ernst nimmt der Film dabei sein eigenes Anliegen?
Besetzung, Regie und Drehorte
„High School Musical“ ist eine Produktion der Walt Disney Company, entstanden 2006 unter der Regie von Kenny Ortega, der zuvor vor allem als Choreograf – unter anderem bei „Dirty Dancing“ – bekannt war. Das Drehbuch stammt von Peter Barsocchini, die Musik komponierte David Lawrence. Produziert wurde der Film von Bill Borden, Don Schain und Barry Rosenbush. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 2. September 2006 auf dem Disney Channel, die Free-TV-Premiere folgte am 17. September 2006 auf ProSieben.
Die Hauptrolle des Troy Bolton übernahm Zac Efron, wobei seine Gesangsstimme von Drew Seeley stammte. An seiner Seite spielte Vanessa Anne Hudgens die Gabriella Montez. Das Geschwisterduo Sharpay und Ryan Evans wurde von Ashley Tisdale und Lucas Grabeel verkörpert. Corbin Bleu als Troys bester Freund Chad Danforth und Monique Coleman als Taylor McKessie komplettierten das junge Ensemble. Alyson Reed übernahm die Rolle der Kunstlehrerin Ms. Darbus, Bart Johnson spielte Coach Bolton.
Der Film hat eine Laufzeit von 98 Minuten und ist ohne Altersbeschränkung freigegeben (FSK 0). Er wurde unter anderem mit zwei Emmy Awards ausgezeichnet – für das beste Kinderprogramm und die beste Choreografie – sowie mit dem Billboard Music Award für das Soundtrack-Album des Jahres. Die Hauptdarsteller erhielten mehrere Teen Choice Awards, darunter Zac Efron als Television – Choice Breakout Star.
Handlung & Inhalt vom Film „High School Musical“
Der Highschool-Schüler Troy Bolton verbringt die Winterferien mit seinen Eltern und besucht am Silvesterabend eine Party. Dort wird er, eher widerstrebend, zu einem Karaoke-Wettbewerb auf die Bühne gebeten. Seine zufällige Singpartnerin ist Gabriella Montez, die er an diesem Abend nicht kennt. Beide überwinden ihre anfängliche Scheu, singen gemeinsam „Start of Something New“ – und entdecken dabei nicht nur ein unerwartetes Talent, sondern auch eine Verbindung, die über den Abend hinausweist. Sie tauschen Nummern aus, verlieren sich danach jedoch zunächst aus den Augen.
Als das neue Schuljahr beginnt, stellt sich heraus, dass Gabriellas Mutter beruflich versetzt wurde und sie nun dieselbe Schule wie Troy besucht. Troy ist Kapitän des Basketballteams der Wildcats, das kurz vor einem wichtigen Meisterschaftsfinale steht. Die Schule bereitet zugleich ihr jährliches Wintermusical vor, für das bald Castings anstehen. Beide überlegen, ob sie sich bewerben sollen – und entscheiden sich zunächst dagegen. Dennoch finden sie sich beim Casting wieder, beobachten zuerst als Zuschauer das Geschwisterpaar Sharpay und Ryan Evans, das die Hauptrollen unter sich zu haben scheint. Erst in letzter Minute melden sich Gabriella und dann auch Troy – und singen so überzeugend, dass die Kunstlehrerin Ms. Darbus einen Recall ansetzt.
Druck von allen Seiten
Das Bekanntwerden von Troys musikalischem Interesse bringt sein soziales Umfeld in Aufruhr. Sein bester Freund Chad befürchtet, das Basketballteam zu verlieren, während Gabriellas Freundin Taylor McKessie ähnliche Sorgen um den Wissenschaftsclub hegt. Die beiden schmieden einen Plan: Sie bringen Troy dazu, seine Begeisterung fürs Singen vor den Teamkameraden herunterzuspielen, übertragen das Gespräch per Webcam und sorgen dafür, dass Gabriella es mitbekommt. Daraufhin zieht sie die Konsequenz und sagt Troy, sie werde nicht mehr mit ihm singen. Troy selbst ahnt nichts von der Manipulation.
Die erhoffte Wirkung bleibt aus. Troy verliert jede Motivation im Training, während Gabriella den akademischen Zehnkampf nicht weiter vorbereitet. Schließlich kommt die Wahrheit ans Licht. Chad und Taylor gestehen ihren Plan und helfen anschließend selbst bei der Lösung des Problems. Sharpay, die ihre Hauptrolle schwinden sieht, überredet Ms. Darbus, den Recall zeitgleich mit Basketballfinal und Zehnkampf anzusetzen, um Troy und Gabriella fernzuhalten. Die Freunde entwickeln einen Gegenplan: Taylor manipuliert die Anzeigetafel beim Basketballspiel, um eine Unterbrechung zu erzwingen, und gleichzeitig starten die Teilnehmer beim Zehnkampf ein improvisiertes Ablenkungsmanöver.
Schließlich betreten Troy und Gabriella gemeinsam die Bühne und singen „Breaking Free“. Die Schule versammelt sich im Auditorium, Sharpay und Ryan müssen sich geschlagen geben. Die Wildcats setzen das Spiel fort und gewinnen das Finale. Auch das Wissenschaftsteam erringt den Sieg. Der Film endet mit einer gemeinschaftlichen Performance des Liedes „We’re All in This Together“, bei der die gesamte Schülerschaft tanzt und singt und den Konflikt zwischen den sozialen Gruppen symbolisch überwindet.
Filmkritik und Fazit zum Film „High School Musical“
Kenny Ortega inszeniert „High School Musical“ mit dem sicheren Handwerk eines erfahrenen Choreografen. Die Massenszenen sind präzise durchkomponiert, der Rhythmus zwischen den Nummern sitzt. Das Drehbuch von Peter Barsocchini hält die Konflikte bewusst leicht – nicht aus Schwäche, sondern aus Kalkül. Die Figurenzeichnung bleibt dabei an der Oberfläche; Sharpay Evans als komödiantische Antagonistin ist die schärfste und lebendigste Figur des Ensembles. Ashley Tisdale verleiht ihr eine herrlich überdrehte Qualität, die den Film stellenweise vor allzu bravem Tonfall rettet.
Musikalisch bewegt sich der Film zwischen eingängigem Pop und schnellem Rhythmus. Die Songs – allen voran „Breaking Free“ und „We’re All in This Together“ – funktionieren als emotionale Verdichtung, nicht als dramaturgische Vertiefung. Das ist ein Unterschied, der zählt. Die Inszenierung setzt auf Farbe und Tempo, weniger auf visuelle Komplexität. Das Sounddesign ist solide, aber wenig risikofreudig. Zac Efron wirkt in seiner Rolle noch unfertig; seine Gesangsstimme wurde für den Film von Drew Seeley übernommen, was rückblickend eine bemerkenswerte Entscheidung war. Vanessa Hudgens hingegen trägt ihre Szenen mit natürlicher Wärme.
Wer ein Musical sucht, das seinen Stoff mit Ironie und Leichtigkeit trägt, findet hier ein handwerklich ordentliches, an seinen besten Momenten sogar charmantes Werk. Tiefe darf nicht erwartet werden – und wird auch nicht versprochen. Für Liebhaber des Genres und sein Zielpublikum bleibt „High School Musical“ eine durchaus sehenswerte Zeitkapsel: ein Film, der seinen Moment verstand und ihn mit einem gewissen Gespür für Unterhaltung nutzte.