Terminator 2 – Tag der Abrechnung

Manche Filme markieren nicht nur einen Gipfel ihres Genres, sondern verschieben dessen Fundament. „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ aus dem Jahr 1991 gehört zu dieser seltenen Sorte. James Cameron drehte keine bloße Fortsetzung von „Terminator„, sondern schrieb die Grammatik der Actioninszenierung neu. Flüssiges Metall wurde zur Metapher. Bildtechnik wurde zum Erzählmotor. Was hier zum ersten Mal zu sehen war, prägt das Blockbusterkino bis heute.

Terminator 2 - Tag der Abrechnung
Dauer: 137 Min.
FSK: 16 (DE)
Jahr: 1991
Kategorien: Science-Fiction
Regie: James Cameron
Produzenten: James Cameron, Van Ling
Hauptdarsteller: Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Edward Furlong
Nebendarsteller: Robert Patrick, Earl Boen, Joe Morton, S. Epatha Merkerson
Studio: Carolco Pictures, Pacific Western, Lightstorm Entertainment, Le Studio Canal+

Zugleich ist der Film mehr als ein Katalog technischer Premieren. Unter der polierten Oberfläche zeichnet er das Psychogramm einer Frau am Rand der Vernunft, die Geschichte eines halbwüchsigen Einzelgängers und das Porträt einer Maschine, die Menschlichkeit lernt. Cameron verschränkt Apokalypse mit Familienkammerspiel, Verfolgungsjagd mit Schicksalsgrübelei. Der Tonfall pendelt zwischen Thriller und Tragödie. Wie aber schafft ein Actionfilm es, drei Jahrzehnte nach seiner Premiere noch immer so präzise zu wirken?

Besetzung, Regie und Drehorte

„Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ entstand 1991 unter der Regie von James Cameron, der gemeinsam mit William Wisher auch das Drehbuch verfasste. Produziert wurde der Film in den Vereinigten Staaten. Die Kamera führte Adam Greenberg, der bereits am ersten Teil mitgewirkt hatte. Den Schnitt übernahmen Conrad Buff, Mark Goldblatt und Richard A. Harris im Dreigespann. Brad Fiedel komponierte den rein instrumentalen Soundtrack. Für die damals bahnbrechenden digitalen Effekte zeichnete Industrial Light & Magic verantwortlich.

In der Hauptrolle kehrt Arnold Schwarzenegger als T-800 zurück, diesmal auf Seiten der Menschen. Linda Hamilton verkörpert Sarah Connor, Edward Furlong gibt seinen Einstand als zehnjähriger John Connor. Robert Patrick spielt den formwandelnden T-1000 mit kühler Präzision. Joe Morton überzeugt als Miles Bennet Dyson, flankiert von S. Epatha Merkerson. In kleineren Rollen sind Earl Boen, Jenette Goldstein und Xander Berkeley zu sehen. Linda Hamiltons Zwillingsschwester Leslie Hamilton Gearren übernahm die Szenen der Doppelgänger-Sequenz.

Die Kinofassung umfasst 137 Minuten, während die Special Edition 153 und der spätere Ultimate Cut 156 Minuten erreicht. Die FSK gab den Film ab 16 Jahren frei. Bei der Oscarverleihung 1992 gewann das Werk vier Academy Awards in technischen Kategorien, darunter Ton, Maske und visuelle Effekte. 2023 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen.

Handlung & Inhalt vom Film „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“

Im Jahr 2029 tobt ein Krieg zwischen der künstlichen Intelligenz Skynet und dem menschlichen Widerstand. Dabei entsendet Skynet einen neuartigen Terminator vom Typ T-1000 in die Vergangenheit, dessen Auftrag darin besteht, den zehnjährigen John Connor auszuschalten, der später den Widerstand anführen soll. Gleichzeitig reagieren die Rebellen und reprogrammieren einen Terminator vom älteren Typ T-800, den sie ebenfalls zurückschicken. Folglich ist seine Mission klar: Er soll den Jungen und dessen Mutter Sarah schützen. Während der T-800 nackt in einer Rockerbar ankommt und sich dort Kleidung, Waffen und ein Motorrad verschafft, erscheint parallel der T-1000, tötet einen Polizisten und übernimmt dessen Identität samt Einsatzfahrzeug.

In der Folge treffen die beiden Jäger in einem Einkaufszentrum in Los Angeles aufeinander. Zwar gelingt es dem T-800 zunächst, den Jungen vor dem flüssigen Metall-Terminator zu retten, dennoch eskaliert die Situation rasch in eine rasante Verfolgungsjagd durch die Stadt. Schließlich endet diese mit einem vorläufigen Sieg des T-800, der John anschließend über seine zukünftige Rolle aufklärt und ihn zur Heilanstalt Pescadero begleitet. Dort wiederum ist Sarah Connor seit Jahren interniert, da niemand ihre Warnungen vor dem Weltuntergang ernst nimmt. Während sie gerade einen erneuten Ausbruch plant, trifft der T-800 ein. Anfangs reagiert Sarah panisch, jedoch wandelt sich ihre Haltung schnell zu Verständnis, sodass die drei gemeinsam entkommen, obwohl der T-1000 erneut auftaucht.

Der Weg nach Cyberdyne

Im weiteren Verlauf fliehen Sarah, John und der T-800 nach Mexiko und rüsten sich bei einem alten Freund mit Waffen aus. Dabei erfährt Sarah, dass Miles Bennet Dyson bei Cyberdyne Systems die entscheidende Technologie für Skynet entwickelt. Daraufhin fährt sie allein los, um Dyson zu töten, doch im letzten Moment bricht ihre Entschlossenheit zusammen, als sie seine Familie sieht. Kurz darauf treffen John und der T-800 ein und klären den Wissenschaftler über die Folgen seiner Arbeit auf, woraufhin Dyson sich ihnen anschließt.

Anschließend dringen sie gemeinsam in das Cyberdyne-Hauptquartier ein, um den Arm und Prozessor des ersten T-800 zu zerstören und die Forschung zu vernichten. Obwohl die Polizei das Gebäude umstellt, vermeidet der T-800 unnötige Gewalt und verletzt die Beamten lediglich. Währenddessen wird Dyson schwer verwundet und zündet schließlich selbst die Sprengladung, was zur Zerstörung der Anlage führt. Daraufhin fliehen sie in ein Stahlwerk, wo der T-1000 zunächst durch Flüssigstickstoff gefriert, jedoch in der Hitze wieder regeneriert und den T-800 schwer beschädigt.

Schließlich startet der T-800 sich mit einer Ersatzstromquelle neu, sodass der finale Kampf beginnt. Im letzten Moment gelingt es Sarah, den T-1000 mit einem Granatwerferschuss in die glühende Stahlschmelze zu befördern. Danach wird auch der Prozessor des alten T-800 zerstört, während dieser erkennt, dass seine eigene Technologie ebenfalls eine künftige Bedrohung darstellt. Folglich verabschiedet er sich von John und lässt sich von Sarah in die Schmelze hinab. Schließlich endet der Film mit einer nächtlichen Highway-Fahrt, während Sarahs Stimme erstmals Hoffnung auf eine offene Zukunft formuliert.

Filmkritik und Fazit zum Film „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“

Was „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ von vielen technischen Meilensteinen seiner Zeit unterscheidet, ist die Disziplin, mit der Cameron Spektakel an Figurenlogik bindet. Die Morphing-Effekte des T-1000 sind keine Schauwerte im luftleeren Raum. Sie übersetzen eine abstrakte Bedrohung in greifbares Unbehagen. Robert Patricks Körperspiel gibt dem Flüssigmetall erst seine Aura. Linda Hamilton formt aus Sarah Connor eine Figur zwischen Trauma und Tatkraft. Edward Furlong bringt genau jene widerspenstige Wachheit ein, die John Connor seine spätere Führungsrolle glaubhaft macht.

Das Tempo der Inszenierung ist bemerkenswert klar strukturiert. Cameron stapelt keine Actionsequenzen, er dirigiert sie. Zwischen der Kanalverfolgung mit dem Motorrad und der finalen Stahlwerk-Konfrontation atmet der Film regelmäßig auf. Brad Fiedels metallisch-perkussive Musik verstärkt diese Strenge, ohne das Bild zu ersetzen. Manchmal wirkt die Konstruktion der Zeitreisen-Logik brüchig, und einzelne Dialogmomente streifen den Kitsch. Diese Mängel bleiben jedoch Randerscheinungen eines Werks, das seine Themen ernst nimmt.

Für Liebhaber des Science-Fiction-Kinos bleibt der Film eine Pflichtadresse. Cameron verbindet Actionchoreografie mit einer ernsthaften Frage nach Selbstbestimmung und Verantwortung. Die vier Oscars waren verdient, die Aufnahme ins National Film Registry war überfällig. Wer den Film heute wiedersieht, entdeckt hinter dem Lärm eine überraschend leise Erzählung über Menschlichkeit. Genau darin liegt seine bleibende Qualität.

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