The Equalizer 2
Manchmal kehrt ein Mann nicht heim, weil er nirgendwo mehr zu Hause ist. „The Equalizer 2“ erzählt von jemandem, der zwischen zwei Leben feststeckt – dem des stillen Nachbarn und dem des gnadenlosen Vollstreckers. Antoine Fuqua wählt für die Fortsetzung seines 2014er Actioners eine unerwartete Tonlage: weniger Adrenalin, mehr Stille, mehr Schwere. Das ist sein Wagnis.

| Dauer: | 121 Min. |
|---|---|
| FSK: | 16 (DE) |
| Jahr: | 2018 |
| Kategorien: | Drama, Krimi |
| Regie: | Antoine Fuqua |
| Produzenten: | Alex Siskin, Jason Blumenthal, Mace Neufeld, Todd Black, Steve Tisch, Denzel Washington, Tony Eldridge, Michael Sloan, Antoine Fuqua |
| Hauptdarsteller: | Denzel Washington, Pedro Pascal, Ashton Sanders |
| Nebendarsteller: | Orson Bean, Bill Pullman, Melissa Leo, Jonathan Scarfe |
| Studio: | Lonetree Entertainment, Fuqua Films, Escape Artists, Sony Pictures, ZHIV Productions, Mace Neufeld Productions, Columbia Pictures |
Denzel Washington kehrt als Robert McCall zurück – und zum ersten Mal in seiner Karriere spielt er eine Figur ein zweites Mal. Diese Entscheidung sagt einiges. McCall ist kein Superheld, kein Mythos. Er ist ein Mensch, der mit seinen Fähigkeiten nicht aufhören kann. Was zieht einen Mann wie ihn immer wieder in den Abgrund zurück – und was kostet es ihn, jedes Mal wieder aufzutauchen?
Besetzung, Regie und Drehorte
„The Equalizer 2“ ist ein US-amerikanischer Action-Thriller aus dem Jahr 2018. Antoine Fuqua führte Regie nach einem Drehbuch von Richard Wenk, der bereits den ersten Teil verfasste. Die Produktion verantworteten unter anderem Todd Black, Jason Blumenthal und Denzel Washington selbst. Harry Gregson-Williams komponierte die Filmmusik, Oliver Wood übernahm die Kamera, der Schnitt lag bei Conrad Buff IV.
Denzel Washington spielt erneut die Hauptrolle des Robert McCall. Pedro Pascal verkörpert Dave York, McCalls ehemaliger Partner beim Geheimdienst. Melissa Leo und Bill Pullman sind als Susan und Brian Plummer zu sehen, beide bereits aus dem ersten Film bekannt. Ashton Sanders spielt den jungen Miles Whittaker, Orson Bean den Holocaust-Überlebenden Sam Rubinstein – es war Beans letzter Kinoauftritt.
Der Film hatte seinen Kinostart in den USA am 20. Juli 2018. In Deutschland lief er ab dem 16. August 2018. Die Laufzeit beträgt 121 Minuten, die FSK-Freigabe gilt ab 16 Jahren. Im August 2018 wurde der Film beim Locarno Film Festival gezeigt. Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in Boston und weiteren Orten in Massachusetts statt, das finale Actionset wurde in Brant Rock gedreht.
Handlung & Inhalt vom Film „The Equalizer 2“
Robert McCall lebt allein in einer Etagenwohnung in Massachusetts. Er arbeitet als Lyft-Fahrer und nutzt diese Tätigkeit als Deckmantel für seine eigentliche Berufung: Er hilft Menschen, denen das Leben oder andere Menschen Unrecht angetan haben. Dabei schreckt er auch vor weiten Wegen nicht zurück. In der Eröffnungssequenz reist er mit dem Zug nach Istanbul, um die entführte Tochter einer Buchhändlerin zu befreien. Zu Hause in Massachusetts kümmert er sich um Sam Rubinstein, einen betagten Holocaust-Überlebenden, der sein Leben lang nach einem Gemälde seiner verschollenen Schwester sucht. McCall übernimmt diese Suche still und entschlossen.
Auch seinem jungen Nachbarn Miles Whittaker, einem talentierten Zeichner, wendet McCall sich zu. Er zahlt ihm für Renovierungsarbeiten im Innenhof des Wohnhauses und versucht, ihn aus dem Einflussbereich einer Gang herauszuhalten, die Miles unter Druck setzt. Dann ändert sich alles. Susan Plummer, McCalls enge Vertraute und ehemalige Geheimdienstkollegin, wird von einer Behörde nach Brüssel gerufen. Sie soll dort einen möglichen Doppelmord untersuchen. Gemeinsam mit Dave York, McCalls früherem DIA-Partner, besichtigt sie den Tatort. Noch in derselben Nacht wird Susan in ihrem Hotelzimmer überfallen und getötet.
Verrat aus den eigenen Reihen
McCall untersucht die Umstände von Susans Tod und erkennt schnell, dass die offizielle Version eines Raubmords nicht stimmen kann. Er informiert York über seine Erkenntnisse – York, der McCall all die Jahre für tot gehalten hatte. Kurz darauf greift ein Fahrgast McCall in seinem Taxi an. McCall tötet ihn und findet auf dem Handy des Mannes einen entscheidenden Hinweis: York steht auf der Anrufliste. Als McCall ihn zur Rede stellt, gibt York ohne Umschweife zu, seit seinem Ausscheiden aus dem DIA als Söldner zu arbeiten. Er hält sich von der Regierung benutzt und entsorgt worden. Er gesteht auch, Susan eigenhändig getötet zu haben, weil sie drohte, die wahren Hintergründe des Brüsseler Tatgeschehens aufzudecken.
Yorks Männer Resnik und Ari brechen in das Haus von Susans Mann Brian ein, doch McCall kommt rechtzeitig und bringt Brian in Sicherheit. York selbst dringt mit einem weiteren Komplizen in McCalls Wohnung ein. Miles hält sich dort gerade auf und kann sich zunächst in einem verborgenen Gang hinter einem Bücherregal verstecken. Er verlässt das Versteck jedoch zu früh und wird als Geisel gefangen genommen.
McCall kehrt in seine Heimatstadt am Meer zurück, die wegen eines nahenden Hurrikans bereits evakuiert wurde. Während York aus einem Wachturm heraus als Scharfschütze agiert, schaltet McCall die übrigen Männer nacheinander aus. York offenbart schließlich, dass Miles gefesselt im Kofferraum seines Wagens liegt, und schießt auf das Fahrzeug. McCall sabotiert Yorks letzten Schuss, ein Windstoß reißt York zu Boden. McCall stellt ihn auf dem Turm und tötet ihn. Danach kehrt McCall nach Massachusetts zurück. Er kann Sam Rubinstein mit seiner seit Jahrzehnten verschollenen Schwester reunen, vermittelt durch Informationen, die Susan noch rechtzeitig gesichert hatte. Miles beendet den Neuanstrich des Apartmentkomplexes, kehrt zur Schule zurück und konzentriert sich auf sein Kunststudium. McCall zieht in sein altes Haus zurück.
Filmkritik und Fazit zum Film „The Equalizer 2“
„The Equalizer 2“ ist kein Film, der an seine Werbung glaubt. Die Trailer versprechen knallharten Action-Thriller; was Fuqua tatsächlich abliefert, ist ein düsteres Charakterstück mit eingefügten Gewaltmomenten. Washington trägt diesen Widerspruch mit einer Selbstverständlichkeit, die bemerkenswert ist. Sein McCall pendelt zwischen ruhiger Anteilnahme und kalter Präzision – und Washington schafft es, diesen Wechsel nie billig erscheinen zu lassen. Die Schwäche liegt im Drehbuch: Richard Wenks Skript ist in seiner Figurenführung stellenweise zu vorhersehbar, der Verrat einer zentralen Figur früh ablesbar.
Fuqua findet seine stärksten Bilder im Finale. Der Showdown in der sturmgepeitschten Küstenstadt, bei schwindender Sicht und ohne aufgeblasene Computereffekte, besitzt eine raue Konsequenz, die dem ganzen Film gut gestanden hätte. Kameramann Oliver Wood und Cutter Conrad Buff IV geraten dagegen in den frühen Actionszenen ins Straucheln – hektischer Schnitt und unruhige Handkamera kaschieren die physischen Grenzen des mittlerweile über 60-jährigen Washington nur bedingt. Harry Gregson-Williams‘ Musikarbeit hält sich angemessen zurück und unterstützt den melancholischen Grundton, ohne ihn zu erklären.
Wer einen reinen Actionfilm sucht, wird lange auf seine Kosten warten. Wer sich auf ein Charakterdrama einlässt, das seine ruhigen Momente ernst nimmt, findet in „The Equalizer 2″ einen ungewöhnlich nachdenklichen Genrefilm. Der Subplot um Miles wirkt zwar didaktisch überdeutlich, doch Washingtons Präsenz gibt auch diesen Szenen Gewicht. Fuquas Sequel ist ein Film mit echten Ambitionen – und dem Mut, nicht jeden davon einzulösen.