Zusammen!
Mit Zusammen! rückt das Zusammenleben verschiedener Menschen in den Mittelpunkt. Unterschiedliche Überzeugungen bestimmen den Alltag ebenso wie persönliche Wünsche. Gleichzeitig entstehen Spannungen durch gegensätzliche Erwartungen. Dennoch entwickeln gemeinsame Erfahrungen neue Verbindungen. Das Miteinander verändert sich ständig und bleibt niemals stehen.

| Dauer: | 106 Min. |
|---|---|
| FSK: | R (US) |
| Jahr: | 2000 |
| Kategorien: | Drama, Komödie |
| Regie: | Lukas Moodysson |
| Produzenten: | Lars Jönsson |
| Hauptdarsteller: | Lisa Lindgren, Michael Nyqvist, Emma Samuelsson |
| Nebendarsteller: | Sam Kessel, Gustaf Hammarsten, Anja Lundqvist, Jessica Liedberg |
| Studio: | Memfis Film, Zentropa Entertainments, Film i Väst, SVT, Keyfilms Roma, Nordisk Film & TV Fond |
Nach ihrem Auszug findet Elisabeth mit Eva und Stefan Zuflucht in einer Kommune. Dort begegnen sie Bewohnern mit sehr verschiedenen Lebensmodellen. Während Freundschaften wachsen, lösen sich alte Bindungen langsam auf. Zugleich verändern mehrere Entscheidungen das Gleichgewicht innerhalb der Gemeinschaft. Auch Rolf bemüht sich beharrlich um einen Neuanfang mit seiner Familie. Wie verändert dieses Zusammenleben alle Beteiligten?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Zusammen!“ trägt im Original den Titel „Tillsammans!“ und erschien 2000 als schwedisch-dänisch-italienische Komödie. Der 106 Minuten lange Spielfilm verwendet Schwedisch als Originalsprache und erhielt eine FSK-Freigabe ab zwölf Jahren. Lukas Moodysson führte Regie und schrieb zugleich das Drehbuch, während Lars Jönsson die Produktion übernahm. Für Moodysson bildete der Film nach „Raus aus Åmål“ von 1998 seine zweite Regiearbeit.
Lisa Lindgren spielt Elisabeth, Michael Nyqvist Rolf, Emma Samuelsson Eva und Sam Kessel Stefan. Außerdem verkörpern Gustaf Hammarsten Göran, Anja Lundqvist Lena, Jessica Liedberg Anna, Ola Norell Lasse, Axel Zuber Tet, Shanti Roney Klas, Olle Sarri Erik, Cecilia Frode Signe, Lars Frode Sigvard, Emil Moodysson Måne, Henrik Lundström Fredrik und Sten Ljunggren Birger. Ulf Brantås verantwortete die Kamera, Fredrik Abrahamsen und Michal Leszczylowski den Schnitt.
Die Musik stammt von ABBA und Ted Gärdestad. Als Drehorte dienten Trollhättan und Vänersborg in Västra Götalands län. Die Dreharbeiten liefen vom 27. Oktober bis 20. Dezember 1999. Das geschätzte Budget betrug 17 Millionen schwedische Kronen. Weltweit erreichte der Bruttoertrag 14.596.148 US-Dollar.
Handlung & Inhalt vom Film „Zusammen!“
In den 1970er Jahren verlässt Elisabeth nach wiederholten Gewalttaten ihres alkoholisierten Ehemanns Rolf gemeinsam mit ihren Kindern Eva und Stefan das gemeinsame Zuhause. Sie zieht zu ihrem Bruder Göran, der mit seiner Partnerin Lena in der Kommune Zusammen! lebt. Das Holzhaus in einem Vorort von Stockholm bietet mehreren Menschen mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen ein gemeinsames Zuhause. Göran gilt zwar als Leiter der Gemeinschaft, doch seine nachgiebige Art verhindert klare Entscheidungen. Während Elisabeth versucht, sich in der ungewohnten Umgebung einzuleben, begegnet sie einer Wohngemeinschaft, deren Alltag bereits von zahlreichen Spannungen und Gegensätzen geprägt ist.
Innerhalb der Kommune bestehen verschiedene Konflikte. Göran führt mit Lena eine offene Beziehung, doch sie fühlt sich dem überzeugten Revolutionär Erik deutlich näher und spricht offen über ihre Erfahrungen mit ihm. Gleichzeitig wohnen Anna und Lasse trotz ihrer Trennung weiterhin gemeinsam mit ihrem Sohn Tet im Haus. Anna sieht ihre Zukunft mit einer Frau, während Lasse den Annäherungsversuchen des Mitbewohners Klas möglichst ausweicht. Außerdem gehören Signe, Sigvard und ihr Sohn Måne zur Gemeinschaft. Elisabeth verändert mit ihrer direkten Art das Zusammenleben spürbar, obwohl sie zunächst selbst Orientierung in den ungewohnten Verhältnissen sucht.
Gemeinsamer Neuanfang
Stefan erreicht schon bald Verbesserungen für Tet und Måne, wodurch die jüngeren Bewohner mehr Freiheiten erhalten. Eva fühlt sich anfangs überfordert und bleibt sehr zurückhaltend. Erst die Begegnung mit dem schüchternen Nachbarsjungen Fredrik verändert ihre Situation. Beide verbindet ihre ausgeprägte Weitsichtigkeit, wodurch langsam eine enge Freundschaft entsteht. Währenddessen bemüht sich Rolf beharrlich darum, Elisabeth und die Kinder zurückzugewinnen. Parallel verändert sich das Leben in der Kommune ebenfalls. Fleisch steht wieder auf dem Speiseplan, außerdem zieht ein gebrauchter Fernseher ein. Daraufhin verlassen Signe und Sigvard mit Måne die Wohngemeinschaft und schließen sich dem Kollektiv Mutter Erde an.
Auch Erik verliert zunehmend das Interesse am Leben in der Kommune. Er hält die übrigen Bewohner für unpolitisch und erkennt schließlich, dass Lena lediglich körperliches Interesse an ihm hat. Deshalb verlässt er die Gemeinschaft und taucht unter. Die verbleibenden Mitbewohner finden dagegen immer besser zueinander. Anna und Lasse nähern sich erneut an und überwinden ihre früheren Spannungen. Annas Versuche, Elisabeth für sich zu gewinnen, bleiben jedoch erfolglos. Gleichzeitig gibt Lasse seinen Widerstand auf, lässt sich auf Klas ein und beginnt schließlich eine Beziehung mit ihm. Dadurch ordnen sich mehrere persönliche Konflikte neu.
Rolf arbeitet mit Unterstützung des alleinlebenden Birger daran, sein Verhalten grundlegend zu verändern. Dennoch weist Elisabeth seine Annäherungsversuche zunächst weiterhin zurück. Erst nachdem sie Göran deutlich die Augen geöffnet hat und dieser Lena aus der Kommune schickt, verändert sich die Situation. Während des Weihnachtsabends gibt Elisabeth Rolf schließlich eine neue Chance. Am folgenden Morgen verbringen alle gemeinsam Zeit im Schnee und spielen Fußball. Gleichzeitig eröffnet sich auch für Anna eine neue Perspektive, denn Fredriks Mutter trennt sich von ihrem desinteressierten Ehemann und entwickelt sich für sie zu einer möglichen Partnerin.
Filmkritik und Fazit zum Film „Zusammen!“
Zusammen! verbindet unter der Regie von Lukas Moodysson Gesellschaftskomödie und Familiendrama mit einer beobachtenden Inszenierung. Der Film verzichtet auf große Effekte und entwickelt seine Wirkung aus alltäglichen Begegnungen, präzisem Timing und glaubwürdigen Figuren. Das Ensemble spielt geschlossen und verleiht selbst kleineren Rollen ein eigenes Profil. Besonders Michael Nyqvist und Lisa Lindgren tragen die emotionalen Gegensätze mit zurückhaltender Intensität. Die bewegliche Kamera schafft große Nähe zu den Personen, während die Musik von ABBA und Ted Gärdestad den zeitlichen Rahmen unterstreicht, ohne die Szenen zu dominieren.
Mehrere Szenen verdeutlichen die Stärken der Inszenierung. Die gemeinsamen Diskussionen am Esstisch wirken lebendig, weil Bildgestaltung und Schnitt den Blick ständig zwischen den Beteiligten wechseln lassen und jede Reaktion sichtbar machen. Ebenso entfaltet das Fußballspiel im Schnee seine Wirkung weniger durch Dramatik als durch die ruhige Beobachtung veränderter Beziehungen. Moodysson hält Humor und Ernst konsequent im Gleichgewicht, wodurch emotionale Momente glaubwürdig bleiben. Der Erzählrhythmus nimmt sich Zeit für die zahlreichen Figuren, verliert dabei stellenweise jedoch an Straffung, weil einzelne Handlungsstränge etwas ungleich gewichtet erscheinen.
Auch die Bildsprache unterstützt den dokumentarisch anmutenden Eindruck. Natürliche Farben, unaufdringliche Einstellungen und ein bewusst unspektakulärer Schnitt lassen das Gemeinschaftsleben authentisch erscheinen. Gleichzeitig entwickelt der Film aus kleinen Gesten und Blicken eine bemerkenswerte emotionale Dichte. Trotz gelegentlicher Längen bleibt die Regie aufmerksam für jede Figur und vermeidet einfache Urteile. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Ensemblewerk, das sowohl Freunde skandinavischer Filmkunst als auch Zuschauer anspricht, die charakterorientierte Dramen mit leisem Humor bevorzugen.